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Syrien: Wählen im Krieg

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Syrien: Wählen im Krieg

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Syriens Präsident Baschar al-Assad will sich an diesem Dienstag mitten im Bürgerkrieg wiederwählen lassen. Bei der Abstimmung sind erstmals zwei Mitbewerber zugelassen. Sie sind weitgehend unbekannt und gelten als “Zählkandidaten”. Einer von ihnen, Maher Hajjar, verteidigt den umstrittenen Urnengang: “Alle Syrer sind sich in einem Punkt einig: dies ist eine Entscheidung des syrischen Volkes und es sollte das letzte Wort haben. Aus diesem Grund gab es ein starkes Verlangen nach Wahlen und das ist bereits jetzt das wichtigste Ergebnis.”

Gewählt wird allerdings nur dort, wo die Regierungstruppen die Kontrolle haben. Nach Schätzungen westlicher Experten kann das Präsidentenvotum höchstens in 40 Prozent des syrischen Territoriums stattfinden. Ein Mann aus Idlib klagt: “Diese Wahlen sind nicht legitim. Es ist eine Farce, eine Maskerade, die für die internationale Gemeinschaft aufgeführt wird. Sie verspotten die Menschen und lügen die ganze Welt an.”

Millionen Syrer sind vor der Gewalt geflohen. Einer jüngsten Umfrage zufolge halten Dreiviertel von ihnen die Abstimmung in ihrer Heimat für unrechtmäßig.