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Eurozone: Die Sorge vor der Deflation

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Eurozone: Die Sorge vor der Deflation

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In der Eurozone weiten sich Preisschwankungen schnell aus. Wenn die Wirtschaft wächst, an Fahrt aufnimmt und mehr importiert, dann wird sie größer. Wenn sie bis zu 2% wächst, bleibt alles stabil. Bei größerem Wachstum geraten die Dinge schnell außer Kontrolle. Wenn die Wirtschaft auf der Stelle tritt, stagnieren die Preise. Wenn aus der Wirtschaft die Luft raus ist, dann gibt es eine Deflation.

Eine Folge: Die Preise sinken, damit Verbraucher einkaufen. Doch wenn die Preise niedrig sind, machen Geschäfte weniger Umsatz, müssen weniger Steuern abführen, Arbeitsplätze gehen verloren und Gehälter nehmen ab.

Im April war die Infation in der Euro-Zone schwächer als erwartet und niedriger als noch im Vorjahreszeitraum. In der gesamten Europäischen Union zeigte sich ein ähnliches Bild.

Griechenland, Bulgarien, Zypern, Ungarn, Kroatien, Portugal und die Slowakei – in all diesen Ländern herrscht derzeit eine Deflation. Die restlichen Staaten, besonders jene in der Eurozone, machen eine niedrige Inflation durch. Wie macht sich das bei unseren Schulden, Ersparnissen und Gehältern bemerkbar?

Europäer lernen derzeit auf schmerzhafte Weise, dass eine Inflation nicht nur schlecht sein kann, wenn sie hoch, sondern auch wenn sie niedrig ist. Ein explosiver Cocktail ergibt sich dann, wenn die niedrige Inflation mit Arbeitslosigkeit, öffentlicher Verschuldung und einem starken Euro im Vergleich zum Dollar einhergeht.

Es ist wichtig, die Gründe für eine Deflation zu bestimmen, um zu sehen, ob eine deflationäre Spirale ausgelöst wird. Ein Szenario, das verschuldeten Staaten und Haushalten besonders schlecht bekommen würde.