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Die pharaonischen Aufgaben des Abdel Fattah al-Sisi

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Die pharaonischen Aufgaben des Abdel Fattah al-Sisi

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Wieder haben sich Tausende von Menschen auf dem Tahrir-Platz in Kairo versammelt, dem symbolischen Zentrum der Anti-Mubarak-Revolten. Aber dieses Mal, um den Erdrutschsieg von Abdel Fattah al-Sisi zu feiern.

Der 59-jährige Ex-Armeechef gewann 97 Prozent der Stimmen bei den Präsidentschaftswahlen. Aber eine geringe Wahlbeteiligung von unter 50 Prozent trübte den Sieg gewaltig.

Mit 82 Millionen Einwohnern und einem Bruttoinlandsprodukt (BIP) von 192 Milliarden Euro ist Ägypten die drittgrößte Wirtschaft in der arabischen Welt. Aber die Arbeitslosenquote im ersten Quartal dieses Jahres liegt bei 13,4 Prozent – 70 Prozent davon sind junge Menschen. Gut ein Viertel der Bevölkerung lebt unter der Armutsgrenze.

Trotz des Geldes, das aus dem Golf und aus den USA kommt, dümpelt die ägyptische Wirtschaft vor sich hin. Eine der Säulen der Wirtschaft, der Tourismus, der 11 Prozent des BIP ausmacht, ist immer noch dabei, sich zu erholen.

Außerdem kämpft das Land mit regelmäßigen Stromausfällen aufgrund des steigenden Stromverbrauchs (acht Prozent jährlich), Bevölkerungswachstum und Kraftstoffknappheit. Der Mangel an Gas und Öl wird durch eine stagnierende inländische Produktion, fehlende Investitionen und schlechte Wartungsarbeiten noch verschärft. Al-Sisi, der von seinen Anhängern als “Garant der Stabilität” gesehen wird, weiß um seine schwierige Aufgabe.

Obwohl die Unterstützung für den abgesetzten Mohamed Mursi noch groß ist, kann al-Sisi darauf zählen, dass sich viele Ägypter nach drei Jahren der Unruhe nichts sehnlicher als Stabilität wünschen. Freiheit und soziale Gerechtigkeit haben die Demonstranten auf dem Tahrir-Platz zum Beginn der Revolution gefordert – bis jetzt hat das niemand eingelöst.