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Litauen: "Strategischer" Schritt in den Euro

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Litauen: "Strategischer" Schritt in den Euro

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Stresstest bestanden? Die Euro-Währungsunion, offensichtlich nicht zerfallen, bekommt Zuwachs: Litauen soll Anfang 2015 den Euro einführen, als 19. Land – von 28 EU-Ländern.

Für Litauens Ministerpräsident Algirdas Butkevicius angesichts der Ukraine-Krise “ein strategischer Schritt Litauens”.

Die ehemalige Sowjetrepublik ist seit 2004 Mitglied der Europäischen Union.

EU-Wirtschafts-und Währungskommissar Olli Rehn:

“Litauen die Bereitschaft zur Einführung des Euro spiegelt eine langjährige umsichtige Fiskalpolitik wider und ernsthafte Wirtschaftsreformen. Dieser Reformdynamik, teilweise vom EU-Beitritt Litauens vor 10 Jahren ausgelöst, hat in Litauen zu einem markanten Anstieg des Wohlstands geführt.”

Auch die Europäische Zentralbank (EZB) hält Litauen im zweiten Anlauf nach 2007 für fit für den Euro. Der Staat erfülle alle Maastricht-Kriterien, habe Inflation, Haushaltsdefizit und Staatsverschuldung im Griff, die Währung Litas bewege sich seit Jahren stabil zum Euro.

Im vergangenen Jahr blieb das Haushaltsdefizit – 2,1 Prozent vom Bruttoinlandsprodukt (BIP) – deutlich unter der 3,0 Prozent-Marke, die der Maastricht-Vertrag erlaubt. Auch die
Staatsverschuldung lag mit 39,4 Prozent des BIP weit unter den zulässigen 60 Prozent.

Dennoch müsse Litauen das Defizit weiter senken und die Konsolidierung fortsetzen. Risiken seien etwa staatseigene
Unternehmen und die geringe Steuerehrlichkeit, angesichts der alternden Bevölkerung langfristig auch das Rentensystem.

Mittelfristig bestehe Inflationsdruck – Preisniveau und Pro-Kopf-Einkommen seien signifikant niedriger sind als im Euroraum.

Die endgültige Entscheidung treffen die EU-Finanzminister; vermutlich im Juli.

Auch Bulgarien, Kroatien, Polen, Rumänien, Tschechien und Ungarn und Schweden stehen auf der Euro-Kandidaten-Liste – erfüllen aber nicht alle Konvergenzkriterien.

Dabei sind sie in illustrer Gesellschaft: Im Lauf der Finanzkrise erfüllten 20 – von 28 – EU-Mitgliedsstaaten die Kriterien des Stabilitäts- und Wachstumspaktes zeitweise nicht.

su mit dpa