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Obama warnt Russland: "Angriff auf einen ist Angriff auf alle"

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Obama warnt Russland: "Angriff auf einen ist Angriff auf alle"

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Eigentlich ging es an diesem Mittwoch in Warschau darum, an die ersten teilweise freien Wahlen in Polen am 4. Juni 1989 zu erinnern. Sie wurden seinerzeit zu einem Triumph der Bürgerrechtsbewegung Solidarność. Doch die Feierlichkeiten standen nun vor allem unter dem Eindruck der Krise rund um die Ukraine. US-Präsident Barack Obama nutzte die Gelegenheit, um Russland vor Aggressionen gegen osteuropäische Nato-Staaten zu warnen.

“Der Artikel fünf des Nato-Vertrags ist klar: Ein Angriff auf einen ist ein Angriff auf alle. Als Verbündete haben wir die Aufgabe und Pflicht, die territoriale Integrität unserer Partner zu verteidigen, und wir werden das auch tun. Wir stehen zusammen, jetzt und für immer. Polen wird nie alleine dastehen. Aber auch Estland, Lettland, Litauen und Rumänien werden niemals alleine dastehen. Wir stehen auch an der Seite der Ukraine. Die Ukraine muss die Freiheit haben, selbst über ihre Zukunft entscheiden können.”

Obama verurteilte die Annexion der Krim durch Russland erneut und warnte Moskau davor, weiter an den Rand gedrängt zu werden.

“Größere Länder dürfen die kleinen nicht schikanieren oder ihnen ihren Willen mit Waffengewalt aufzwingen oder mit maskierten Männern ihre Gebäude einnehmen. Ein Federstrich kann es niemals legitimieren, das Land des Nachbarn zu stehlen. Wir werden Russlands Besetzung der Krim nicht akzeptieren und auch nicht die Verletzung der ukrainischen Souveränität. Die freien Ländern werden zusammenstehen, so dass weitere russische Provokationen nur mehr Isolation und Kosten für Russland bedeutet.”

An der Feier nahmen neben polnischen Regierungsvertretern auch der ehemalige Solidarność-Chef und Ex-Präsident Polens, Lech Wałęsa, sowie der deutsche Bundespräsident Joachim Gauck teil. Die Lage in der Ukraine und die künftigen Beziehungen zu Russland werden auch Thema beim G7-Gipfel sein, der heute Abend in Brüssel beginnt.