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Der Kampf um die Pegasusbrücke

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Der Kampf um die Pegasusbrücke

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Die Pegasusbrücke ist bei der Landung der Alliierten ein strategisch wichtiges Ziel gewesen. Damit sollte die Ostflanke in der Normandie gesichert werden. Die Wippbrücke über den Caen-Kanal wurde in der Nacht zum D-Day von Einheiten der 6. britischen Luftlandedivision erobert. Unbemerkt von den Deutschen landeten drei Lastensegler mit jeweils 30 Soldaten 50 Meter von der Brücke entfernt. Die deutschen Wachen wurden völlig überrascht und innerhalb weniger Minuten war die Brücke unter britischer Kontrolle.

Das Café Gondrée direkt neben der Brücke ist das erste befreite Haus Frankreichs. Es wurde von Therese und George Gondrée bewirtschaftet. Arlette, eine der Töchter des Paares, kann sich gut an die Zeit erinnern: “Unser Haus wurde als erstes befreit, weil die britische Armee bei der Vorbereitung der Operation wusste, dass meine Eltern zwei für den britischen Geheimdienst wichtige Sprachen beherrschten: Meine Mutter sprach elsässisch, was sie in der Schule gelernt hatte. Sie war eine ausgebildete Krankenschwester, als sie meinen Vater heiratete, der gut englisch sprach. Aber die Deutschen haben nie herausgefunden, dass meine Eltern zwei Sprachen von Bedeutung für den britischen Geheimdienst gesprochen haben.”

“Wir hörten ein gewaltiges Krachen, der Lärm rund um das Haus war anders als sonst, nicht die lauten Stimmen und der schwere Stechschritt der (deutschen) Soldaten. Kurz danach wurde der Fensterladen unseres Esszimmers aufgebrochen und wir hörten Schritte über unseren Köpfen. Wir dachten, die Deutschen kommen, um uns zu holen. Aber als unser Vater sie in den Keller führte, waren es britische Soldaten”, erinnerte sich Arlette Gondrée.

Die Nacht vom 5. zum 6. Juni 1944 hat sich unauslöschlich in das Gedächtnis der beiden Töchter, Arlette und Georgette Gondrée, eingebrannt: “Wenn man gelitten und gehofft hat und dann wird diese Hoffnung wahr. All diese Leben, die Soldaten waren jung, einige starben, andere wurden verwundet, wurden wieder gesund und machten weiter. Ich habe all das zusammen mit Georgette erlebt. Das kann man nicht vergessen. Mit ihnen zusammen wurden wir eine starke liebevolle Familie, egal, ob mit einfachen Soldaten oder Offizieren. Sie waren unsere Befreier, sie waren unsere Familie und wir sind es geblieben”, so Arlette Gondrée.