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Karikaturisten leben gefährlich

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Karikaturisten leben gefährlich

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Karikaturisten sind mehr als nur begabte Zeichner, sie sind die Wächter der Demokratie. Ihre Waffe: der Bleistift, den sie genau dort ansetzen, wo es wehtut. Darum geht es in der Dokumentation “Caricaturistes: Fantassins de la Democratie”.

Die Französin Stephanie Valloatto stellt zwölf Karikaturisten aus der ganzen Welt vor, die mit ihren Zeichnungen die Demokratie verteidigen und dabei ihr Leben gefährden.

Stéphanie Valloatto: “Ausgangsidee war eine Art Bestandsaufnahme der Demokratie und der Meinungsfreiheit in der Welt. Wir haben Karikaturisten von allen Kontinenten eingeladen und gemeinsame Themen aus Wirtschaft, Politik, und Religion ausgewählt, um eine Verbindung herzustellen.”

Der Film besucht den dänischen Zeichner Kurt Westergaard, der mit seinen umstrittensten Muhamed-Karrikaturen für einen weltweiten Skandal sorgte – und seitdem wegen Morddrohungen unter ständigem Polizeischutz steht.

Die Tunesierin Nadia Khiari, die unter dem Decknamen “Willis from Tunis” den arabischen Frühling, kommentiert, kann nur im Internet veröffentlichen.

Und der anerkannte russische Karikaturist Mikhail Zlatkovsky muss Taxi fahren, weil er in seiner Heimat nicht publizieren darf.

Michel Kichka aus Israel wurde bereits mit vielen Preisen geehrt.
“Es geht nicht darum, sich lustig zu machen, sondern vielmehr, die nackte Wahrheit zu zeigen, zumindest so, wie man sie selber sieht. Denn eine Karikatur ist eine Stellungnahme, Ausdruck einer persönlichen Meinung.”

Die Dokumentation wurde auf dem jüngsten Filmfestival von Cannes vorgestellt und ist gerade in den französischen Kinos angelaufen.