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Gedenkfeiern zum D-Day

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Gedenkfeiern zum D-Day

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Als die Sonne am D-Day über einem böigen Omaha-Beach in der Normandie aufgeht, stehen dort US-Veteranen der 29. Infanterie-Division in Habtachtstellung: Genau um 6.30 Uhr gingen dort am 6. Juni 1944 erste alliierte Truppen an Land. Bis zum Abend waren 2500 von ihnen tot.

Frankreichs Präsident François Hollande beginnt den D-Day in Caen mit dem Gedenken an die zivilen Opfer: Mit einem Kranz ehrt er von den Deutschen hingerichtete Résistance-Kämpfer. In seiner Rede bei der Gedenkfeier für die 20.000 Zivilisten, die in der Normandie gestorben sind, erinnerte Hollande dann an die ganz normalen Leute:

“Ich möchte an die Solidarität erinnern, die die Menschen in der Normandie während dieser schweren Stunden bewiesen haben: Es gab keinen Bauern, der nicht Schutzsuchenden seine Scheune geöffnet hatte, kein Händler, der nicht sein Geschäft mit den ihm verbliebenen Lebensmitteln offen hielt, kein Priester, der nicht seine Kirche als Schutz zur Verfügung stellte – was manchmal ein Fluch war, wenn das Gotteshaus von einer Granate getroffen wurde.”

Zusammen mit US-Präsident Barack Obama gedachte Hollande dann auf dem amerikanischen Soldatenfriedhof in Colleville-sur-Mer der 20.000 Soldaten, die während der Operation “Overlord” ihr Leben verloren haben. Auch Obama erinnerte an einzelne Schicksale:

“Immer, wenn die Welt Sie zynisch werden lässt, wenn Sie daran zweifeln, dass Mut und Güte möglich sind, halten Sie einen Moment inne und denken Sie an diese Männer – Wilson, Harry und Rock – sie sind heute unter uns, und obwohl wir sie bereits mit all unseren Veteranen vom D-Day mit einem mitreißenden Applaus gewürdigt haben, stehen Sie bitte auf, wenn sie können, oder heben Sie ihre Hand und lassen Sie uns ihren Dienst noch einmal würdigen. Diese Männer führten Krieg, damit wir in Frieden leben können, sie opferten sich, damit wir frei sein können, sie kämpften in der Hoffnung, dass eines Tages kein Kampf mehr nötig sein würde.

Ohne großes Publikum nahmen sich dann die beiden Regierungschefs einen Moment Zeit, um direkt am Omaha-Beach der Opfer zu gedenken.

In der Kathedrale von Bayeux begrüßte der französische Ministerpräsident Manuel Valls derweil seinen britischen Amtskollegen David Cameron mit seiner Ehefrau sowie Prinz Charles mit Gemahlin Camilla.

Bayeux wurde am Morgen des 7.Juni von britischen Truppen fast ohne Kampf von den Deutschen befreit.

Auch bei dieser Gedenkfeier waren zahlreiche Veteranen anwesend. Die englische Königin Elisabeth II. gedachte der Opfer mit einer Kranzniederlegung am Commonwealth-Krieger-Denkmal.