Eilmeldung

Eilmeldung

Petro Poroschenko: Politik und Pralinen

Sie lesen gerade:

Petro Poroschenko: Politik und Pralinen

Schriftgrösse Aa Aa

Noch am Wahlabend, kurz nachdem sich Petro Poroschenko zum Sieger erklärt hatte, verkündete er vor laufenden Kameras das, was er als seine dringensten Aufgaben ansieht.

“Die Ukraine ist im Kriegszustand. Die Ukraine ist Aggressionen ausgesetzt”, so Poroschenko. “Jeden Tag opfern ukrainische Soldaten ihr Leben, um im Osten das Gesetz, die Ordnung und den Frieden wiederherzustellen. Ich werde als Präsident und künftiger Befehlshaber der ukrainischen Streitkräfte mein Bestes geben, um das ukrainische Volk zu verteidigen und um Sicherheit und Frieden herzustellen.”

Der milliardenschwere Oligarch steht nicht zum ersten Mal auf der politischen Bühne. Bereits an der Revolution 2004 war er beteiligt, politischen Parteien gehörte er mehreren an, mal wandte er sich Russland zu, mal dem Westen. Mit dem gestürzten Präsidenten Viktor Janukowitsch gründete er die Partei der Regionen, ging dann zur Opposition und wurde später Janukowitschs Außen- und Witschaftsminister.

Poroschenkos ehemalige Mitstreiterin Julia Timoschenko war im Präsidentschaftswahlkampf seine Hauptkonkurrentin, unterlag aber deutlich.

Mit Geld und medialem Einfluss unterstützte der 48-Jährige die Proteste auf dem Unabhängigkeitsplatz in Kiew. Im Dezember 2013 gehörte er zu den Mitbegründern des Maidan-Rates, der sich für einen Politikwechsel und gegen Präsident Janukowitsch aussprach. Einer seiner Kritikpunkte war die Korruption im Lande. Dabei sah er sich diesen Vorwürfen einst selbst ausgesetzt.

Zu seinem Reichtum gelangte Poroschenko unter anderem durch den Handel mit Süßwaren, die er vor allem in ehemalige Sowjetrepubliken verkauft – das brachte ihm den Spitznamen “Schokoladenkönig”.

Auch ein Fernsehsender gehört zu seinem Imperium. Der “Fünfte Kanal” sei unabhängig, er nehme keinen Einfluss auf die Arbeit der Journalisten, behauptet Poroschenko, ohne zu erwähnen, dass der Sender ihn während des Wahlkampfes exklusiv begleitete.

Sein erster Besuch als Präsident soll Poroschenko in den Osten der Ukraine führen – dort, wo gekämpft wird, dort wo Separatisten “die Souveränität und Integrität des Landes” gefährden, wie Poroschenko sagt.