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"Die Menschen in der Ukraine wollen Frieden"

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"Die Menschen in der Ukraine wollen Frieden"

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Nach Monaten der Instabilität hat die Ukraine wieder einen rechtmäßigen Präsidenten, und der hat enorme Aufgaben zu bewältigen. Darüber haben wir mit unserer Kiew-Korrespondentin Angelina Kariakina gesprochen.

euronews: Die Maidan-Demonstranten wollten unter anderem einen neuen Präsidenten. Wie reagieren die Menschen auf die Antrittsrede Poroschenkos?

Angelina Kariakina: Viele auf dem Maidan wollten sich Poroschenko live anschauen, also sind sie zum Sophienplatz, wo er aufgetreten ist, das ist nicht weit vom Maidan entfernt. Die, die auf dem Maidan geblieben sind, sind nicht sonderlich enthusiastisch, eher im Gegenteil, denn die Lage im Osten des Landes bleibt äußerst angespannt. Viele Menschen in Kiew sorgen sich und sind traurig. Sie sagen, sie werden sich erst freuen, wenn es einen stabilen Frieden in der Ukraine gibt.

euronews: Viele Maidan-Aktivisten wollen im Zentrum Kiews bleiben und die Handlungen des neuen Präsidenten kontrollieren. Wie wollen sie das tun?

Kariakina: Ja, einige Aktivisten werden auf dem Maidan bleiben. Sie glauben, ihre Anwesenheit hier ist die effektivste Methode, um die Regierung zu kontrollieren. Viele waren den gesamten Winter über hier, einige sind inzwischen gegangen, entweder zurück zur Arbeit oder zur Armee. Es gibt Aktivisten, die NGOs gegründet haben, um die Regierung zu kontrollieren, sie schlagen Reformen vor und so weiter. Viele hier sagen, ein neuer Präsident müsse persönlich herkommen und denen Respekt erweisen, die hier ums Leben gekommen sind. Es ist zwar noch nicht bestätigt, aber ich denke, in kürze wird nicht nur Poroschenko, sondern werden auch einige Regierungsmitglieder hier erscheinen.

euronews: Petro Poroschenko ist nicht nur Präsident, sondern auch Oberbefehlshaber der ukrainischen Streitkräfte. Damit liegt der Schlüssel zur Lösung des Konflikts mit den Separatisten und ein Ende des Militärkonflikts im Osten in seinen Händen. Was haben wir nun zu erwarten?

Kariakina: Poroschenko hat bereits versprochen, als erstes den Osten, den Donbas, zu besuchen. Er will mit denen reden, die keine Waffen zur Hand genommen haben. In seiner Antrittsrede sagte er, dass er mit einem Friedensplan zu den Menschen komme. Er versprach eine Dezentralisierung der Macht, Freiheiten für die russischsprachige Bevölkerung und vorgezogene Neuwahlen im Donbas.