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Bald Frieden in der Ostukraine? Slowiansk wartet auf Waffenruhe

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Bald Frieden in der Ostukraine? Slowiansk wartet auf Waffenruhe

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In den umkämpften Gebieten der Ostukraine scheint die vom neuen Präsidenten angekündigte Waffenruhe in weiter Ferne. Petro Poroschenko hatte in Aussicht gestellt, dass das Feuer noch im Laufe der Woche eingestellt werden soll. Die Separatisten zeigten sich skeptisch. Die Vororte von Slowiansk stehen den pro-russischen Kräften zufolge immer noch unter Artillerie-Beschuss. Auch die Bevölkerung glaubt offenbar nicht an eine rasche Befriedung: “Sie werden erst mit dem Schießen aufhören, wenn sie uns ausgelöscht haben, wenn hier nichts mehr übrig ist”, so eine Bewohnerin.

“Gestern wurde das Stadtzentrum am schlimmsten getroffen”, so ein Bewohner. “Es gab viele Verletzte, außerdem wurden viele Gebäude beschädigt, die vorher nicht getroffen wurden.”

Medien aus Kiew berichteten, dass Verteidigungs- und Innenministerium nicht auf ein Ende des Einsatzes in der Ostukraine vorbereitet seien. Die Regierungstruppen würden vielmehr gerade mit besserer Ausrüstung – vor allem Schutzwesten – und mehr Essen versorgt, hieß es. Alle Einheiten seien zu 100 Prozent einsatzbereit, teilte Innenminister Arsen Awakow mit. Der Kreml fordert das Ende des Militäreinsatzes als Voraussetzung für einen Dialog.

Kurz nach seinem Amtsantritt stellte Poroschenko weitere Schritte zur Befriedung der Ostukraine in Aussicht: Eine Kontaktgruppe aus Diplomaten solle nun täglich zusammenkommen, so Poroschenko. Die Dreier-Gruppe besteht aus der Schweizer Diplomatin Heidi Tagliavini, die für die Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa im Einsatz ist, dem ukrainischen Botschafter in Deutschland, Pawel Klimkin, und dem russischen Diplomaten Michail Surabow.

Poroschenko hatte zudem vorgeschlagen, dass die Grenztruppen im Krisengebiet zum Schutz der Bürger ihre Arbeit wieder aufnehmen. Kremlchef Wladimir Putin hatte am Samstag als Zeichen des Entgegenkommens verschärfte Sicherheitsvorkehrungen an der Grenze zur Ukraine angeordnet, um das weitere Eindringen Bewaffneter in die Krisenregion zu unterbinden. Dabei geht es um Söldner vor allem aus Russland.