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"South Stream"-Turbulenzen erreichen Serbien

In Serbien sorgt Bulgariens Baustopp bei der Gaspipeline “South Stream” für Turbulenzen in der Regierung.

Auch Serbien sei deshalb gezwungen, die Arbeit am “South-Stream”-Projekt zu verschieben, so Zorana Mihajlovic, Vizepremierministerin und Ministerin für Transportwesen und Infrastruktur.

Kein Wort wahr, meinte dazu ihr Chef, Serbiens
Ministerpräsident Aleksandar Vučić:

“Eine solche Entscheidung sollte von der serbischen Regierung getroffen werden. Aber eine Kabinettssitzung gab es nicht. Was uns angeht, geht beim “South-Stream”-Projekt alles weiter wie geplant. Sollte sich daran etwas ändern, wird die Regierung eine Entscheidung treffen und Sie werden informiert.”

“South Stream” hätte Ende 2015 starten und bis zu 61 Milliarden Kubikmeter Gas jährlich unter Umgehung der Ukraine nach Europa liefern sollen und zwar über eine Strecke von knapp 2.400 Kilometern von Russland unter dem Schwarzen Meer hindurch über Bulgarien, Serbien, Ungarn und Slowenien nach Italien und Österreich. Seit Ende 2013 wird in Südrussland und Serbien gebaut, geschätzte Gesamtkosten: 25 Milliarden Euro.

Die Europäische Kommission sieht bei “South Stream” Binnenmarktregeln verletzt und fordert, das seit Monaten umstrittene Pipelineprojekt umgehend einzustellen.

Ein Konkurrenz-Projekt, “Nabucco”, war 2013 aufgegeben worden. Die EU wollte mit der Verbindung zwischen Kaspischem Meer und Westeuropa russisches Territorium umgehen und ihre Erdgasquellen diversifizieren.

Die USA und die EU wollen nun nach russischen Medienkommentaren (Ria Novosti) “South Stream” verhindern – was den staatlichen russischen Konzern Gazprom dazu zwingen würde, sein Gas weiter durch die Ukraine zu pumpen. Laut russischer Wirtschaftszeitung „Kommersant“ verhandelt die ukrainische Regierung über einen Verkauf des ukrainischen Gasnetzes an ein Konsortium von US- und europäischen Investoren. Gesprächspartner seien Shell, ExxonMobil und Chevron.

Andererseits plant Russland Investitionen in Förderanlagen und Pipelines in Richtung China in Höhe von 40 Milliarden Euro – das strapaziert die Finanzreserven von Gazprom. Der Konzern ist wichtiger Beteiligter an den regionalen “South Stream” Gesellschaften.

Ein Gasstreit zwischen der Ukraine und Russland Anfang 2009 hatte vor allem Bulgarien hart getroffen. Die Lieferungen aus Russland durch die Ukraine blieben damals aus, hunderttausende Bulgaren froren.

su mit dpa

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