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Schimon Peres: Urgestein der israelischen Politik

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Schimon Peres: Urgestein der israelischen Politik

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84 Jahre war Schimon Peres alt, als er 2007 als israelischer Präsident vereidigt wurde.

Der heute 90-Jährige ist ein Urgestein der israelischen Politik, die Präsidentschaft der letzte Schritt seiner langen Karriere.

Mit Ministerpräsident Benjamin Netanjahu ist Peres längst nicht immer einer Meinung, bei sensiblen Themen wie dem Siedlungsbau und dem Verhältnis zu den Palästinensern legte er sich mehr als einmal mit Konservativen und Nationalisten an.

Im polnischen Wischnewa – heute auf weißrussischem Gebiet – wurde Peres geboren, 1934 zog er mit seiner Familie nach Tel Aviv. Der erste israelische Ministerpräsident David Ben-Gurion gilt als sein politischer Ziehvater, schon mit 29 Jahren wurde er Generaldirektor im Verteidigungsressort.

Als im besetzten Westjordanland in den 1970er Jahren erste israelische Siedlungen gebaut werden, ist er Verteidigungsminister. Später bemühte sich Peres um Lösungen und Versöhnung.

Als Außenminister arbeitete er am Oslo-Friedensprozess mit, im September 1993 wurde im Garten des Weißen Hauses eine Grundsatzerklärung unterzeichnet, gut ein Jahr später erhielt Peres gemeinsam mit Yitzhak Rabin und Jassir Arafat den Friedensnobelpreis.

Am 4. November 95 wird Rabin von einem israelischen Fanatiker erschossen, kurz nachdem er auf einer Kundgebung in Tel Aviv ein Plädoyer für den Frieden gehalten hatte. Peres folgt ihm ins Amt des Ministerpräsidenten.

Im Frühjahr 1996 ordnet Peres Angriffe auf die Hisbollah im Libanon an. Israelischer Granatbeschuss richtet am 18. April in der Stadt Kana ein Blutbad an, mehr als einhundert Menschen sterben.

Das Verhältnis zwischen Israelis und Palästinensern ist das Lebensthema des Schimon Peres, zu sehen auch beim Gebetstreffen mit Mahmud Abbas und Papst Franziskus im Vatikan.

“Ich bin mir sicher, dass es zu meiner Lebzeit Frieden geben wird. Wenn ich mein Leben dafür um ein oder zwei Jahre verlängern muss, werde ich nicht zögern, das zu tun”, sagt Peres und lacht.