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Südkorea: Prozess gegen Sewol-Besatzung beginnt

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Südkorea: Prozess gegen Sewol-Besatzung beginnt

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In südkoreanischen Gwangju hat der Prozess gegen die Besatzung der gesunkenen Fähre Sewol begonnen. Dem Kapitän und drei weiteren hochrangigen Crewmitgliedern drohen wegen fahrlässiger Tötung Todesstrafen. Den insgesamt 15 Angeklagten wird vorgeworfen, nichts für die Rettung der Passagiere unternommen zu haben. Im Gegensatz zu den Passagieren gelang es dem Großteil der Besatzung, sich zu retten.

Bei der Anhörung hielten Gerichtsmitarbeiter aufgebrachte Angehörige zurück. Die Familien beschimpften die Besatzung teilweise als “Mörder” und “Tiere”. Ihr Zorn richtet sich auch gegen die Behörden. Wegen Kritik am Krisenmanagement der Regierung war Ministerpräsident Chung Hong Won zurückgetreten. Ein Nachfolger wurde am Dienstag ernannt.

Die meisten Opfer des Unglücks waren minderjährig, sie befanden sich auf einem Schulausflug, als die Fähre am 16. April vor der Südwestküste Südkoreas sank. Nach Angaben der Ermittler war die Sewol extrem überladen und bei einem scharfen Kurswechsel gekentert. Die Passagiere wurden angewiesen, in den Kabinen zu bleiben, als das Schiff bereits sank.

Von den 476 Menschen an Bord konnten nur 172 gerettet werden. Mehr als 300 Insassen starben oder wurden für tot erklärt. Bei der Suche nach den Vermissten kamen zudem zwei Taucher ums Leben.