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Brasilien brodelt vor Fußball-WM

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Brasilien brodelt vor Fußball-WM

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Einen Tag vor dem Eröffnungsspiel der Fußball-Weltmeisterschaft in Brasilien ist das Stadion in São Paulo immer noch eine Baustelle. 300 Arbeiter sind rund um die Uhr damit beschäftigt, die Arena bis zum Anpfiff fertig zu kriegen. Beim letzten Testspiel konnte nur ein Teil der Zuschauertribünen genutzt werden. Brasiliens Präsidentin Dilma Rousseff plagen aber noch ganz andere Probleme. “Manche Leute behaupten, die Ausgaben für die WM hätten lieber in die Gesundheitsversorgung und die Bildung fließen sollen,” sagte sie in einer Fernseh-Ansprache, “ich respektiere solche Ansichten, aber ich teile sie nicht. Die Annahme ist nämlich falsch: Seit 2010 war der Betrag, der in Bildung und Gesundheit investiert wurde, 212-mal höher als der Betrag, der in den Stadionbau floß.”
Trotzdem wollen die Kritiker nicht verstummen. Auch an der Copacabana in Rio de Janeiro gab es jetzt eine Protestaktion, bei der die vermeintliche Geldverschwendung angeprangert wurde:
“Milliarden an Steuergeldern wurden für die WM verbraucht,” sagte ein Mitarbeiter einer sozialen Hilfsorganisation, “und das in einem Land, in dem viele Kinder keinen Zugang zu guter Bildung haben, wo Menschen wegen schlechter Versorgung in Krankenhäusern sterben müssen. Die meisten Brasilianer haben mit der WM nichts zu tun, sie fühlen sich missachtet.”
Verlierer der WM sind auch die Anwohner der Stadion. Weil sie die Mieten nicht mehr zahlen können, werden Viele von ihnen vertrieben. Aus Protest halten einige jetzt ein Gelände an der Arena von São Paulo besetzt – und drohen damit, das Eröffnungsspiel zwischen Brasilien und Kroatien zu blockieren.