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Hunderttausende Bewohner fliehen aus Mosul

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Hunderttausende Bewohner fliehen aus Mosul

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Nach der Einnahme von Mosul sind hunderttausende Bewohner der zweitgrößten Stadt des Irak auf der Flucht, vielfach zu Fuß. Zuvor hatten Kämpfer der radikalen Sunniten-Gruppe Islamischer Staat im Irak und Syrien (ISIS) Stellungen der Regierungstruppen überrannt und weite Teile der Metropole unter ihre Kontrolle gebracht. Dabei befreiten sie auch mehrere hundert Gefangene.
Die Regierung um Ministerpräsident Nuri Al-Maliki gestand ein, die Kontrolle über Mosul und die gesamte Provinz Ninive verloren zu haben und beantragte beim Parlament die Verhängung des Notstands.
Seit vier Tagen tobten in Mosul und anderen nordirakischen Städten heftige Kämpfe. Die sunnitischen Extremisten kontrollieren seit Januar weite Teile der westirakischen Provinz Al-Anbar. Mit der Offensive in Mosul haben sie ihren Einflussbereich nun weiter ausgedehnt. Der schiitische Premier Al-Maliki hatte in den vergangenen Jahren ein autoritäres Führungssystem geschaffen, das von Korruption und Vetternwirtschaft durchzogen ist. Viele Sunniten fühlen sich in diesem System benachteiligt.