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Ukraine: Regierung will Evakuierungskorridore für Zivilisten aus Kampfgebieten im Osten schaffen

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Ukraine: Regierung will Evakuierungskorridore für Zivilisten aus Kampfgebieten im Osten schaffen

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Die ukrainische Regierung will der Bevölkerung der Ostukraine die Möglichkeit geben, die umkämpften Gebiete über sichere Korridore zu verlassen.

Noch bei seiner Vereidigung am Samstag hatte Präsident Petro Poroschenko von freiem Geleit für russische Milizionäre nach Russland gesprochen. Am Dienstag präsentierte sein Amt nun aber den Plan zum Schutz der Zivilisten.

In Slowiansk, wo die Lage besonders gefährlich ist, bewegen sich die Kämpfe immer weiter auf das Stadtzentrum zu. Dort und in Kramatorsk ist auch die Versorgungslage stark beeinträchtigt.

Während manche Slowiansk gerne verlassen würden und das beispielsweise über den Bahnhof versuchen, wünschen sich andere schlicht ein Ende der Kämpfe:

“Manche Leute wollen eben ihre Häuser nicht verlassen”, erklärt ein Einwohner. “Natürlich haben viele hier seit einer Weile kein Einkommen mehr, aber hier ist mein Leben. Ich will hier nicht weg, und die Hälfte der Leute wird auch bleiben. Die Korridore werden nicht helfen, weil Millionen Leute hier nicht weg wollen.”

Die pro-russische Aktivisten und Milizen begrüßten die Schaffung von Evakuierungskorridoren, sagten aber, diese sollten nach Russland führen.

Auch der russische Außenminister Sergei Lawrow sowie seine deutschen und polnischen Amtskollegen, Frank-Walter Steinmeier und Radosław Sikorski, begrüßten Poroschenkos Plan.

Dem gemeinsamen Treffen in St. Petersburg attestierte Steinmeier eine positivere Atmosphäre, zum Konflikt in der Ostukraine sprach er von Licht am Ende des Tunnels. Lawrow gab sich pessimistischer. Die Kämpfe verschlimmerten sich, nötig seien deshalb nun ein sofortiger Waffenstillstand und Verhandlungen, so Lawrow.