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Prozess gegen Organisatoren der Gezi-Proteste in der Türkei begonnen

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Prozess gegen Organisatoren der Gezi-Proteste in der Türkei begonnen

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In Istanbul hat der Prozess gegen Organisatoren der Proteste im Gezi-Park begonnen. Den 26 angeklagten Aktivsten drohen bis zu 29 Jahre Haft. Unter ihnen sind fünf Mitglieder von “Taksim Solidarität”. Als eine der Dachorganisationen hatte sie die Proteste organisiert. Menschenrechtsorganisationen protestierten gegen die strafrechtliche Verfolgung der Aktivisten.

Die Proteste hatten sich an Plänen der Regierung entzündet, den Gezi-Park
in Istanbul zu bebauen. Ende Mai vergangenen Jahres schlugen sie in landesweite Proteste gegen die islamisch-konservative Regierung von
Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan um. Im Spätsommer ebbten sie kurzzeitig ab, flammen aber bis heute immer wieder auf.

Die Polizei geht dagegen mit großer großer Härte vor. Bei den Protesten im vergangenen Jahr wurden mindestens sechs Menschen getötet.

In weiteren Verfahren in anderen Landesteilen drohen den Aktivisten bis zu 98 Jahre Gefängnis. In der Stadt Izmir sind Dutzende Jugendliche angeklagt, die Nachrichten auf dem
Internet-Kurznachrichtendienst Twitter versendet hatten. Nach Angaben von Amnesty International droht mehr als 5500 Menschen wegen Organisation, Teilnahme oder Unterstützung der Gezi-Proteste strafrechtliche Verfolgung.