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Solidaritätsstreik für Ex-Staatssender in Griechenland

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Solidaritätsstreik für Ex-Staatssender in Griechenland

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Ein Jahr nach Abschaltung des griechischen Staats-Rundfunks ERT ist es jetzt in ganz Griechenland zu Solidaritätsstreiks von Medienschaffenden gekommen. In Athen versammelten sich die Demonstranten vor dem ehemaligen Funkhaus von ERT. Viele halten die Schließung des Senders für einen Anschlag auf die Demokratie.
“Was auch ein Jahr nach dem Ende von ERT gilt, ist die Forderung nicht nur von uns ehemaligen Mitarbeitern, sondern von vielen Menschen, dass wir eine freie und gründliche Berichterstattung brauchen,” sagte eine demonstrierende Journalistin.
Der Sender war von der Regierung aus Spargründen abgeschaltet worden. Rund 3000 Mitarbeiter verloren ihre Jobs. Einige führen den Sendebetrieb seitdem auf eigene Faust weiter. Das Programm von ERT OPEN ist aber fast nur übers Internet zu empfangen.
“Wir sind sehr stolz darüber, dass wir uns dazu entschieden haben, gegen diese Überraschungsaktion vom 11.Juni zu kämpfen,” so der ehemalige technische Direktor von ERT, “ein Jahr später gibt es uns immer noch, und wir sind überzeugt, dass wir hier einen Alternativweg aufgezeigt haben.”
An den Protesten nahm neben Anderen auch Oppositionsführer Alexis Tsipras teil. Wie andere Oppositionelle boykottiert Tsipras den neugegründeten, verschlankten Staatssender NERIT. Stattdessen solle ERT wieder senden dürfen, so ihre Forderung.
“Im alten ERT-Funkhaus ist jetzt NERIT zuhause, das neue griechische Radio, Internet und Fernsehen,” erklärt unsere Korrespondentin Nikoleta Drougka, “auf der anderen Straßenseite wird in winzigen Büroräumen ERT OPEN produziert. Diese Spaltung der Mitarbeiter ist vielleicht die härteste Konsequenz, die die abrupte Schließung von ERT mit sich gebracht hat.”