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Flucht vor ISIL: "Die irakische Armee war feige"

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Flucht vor ISIL: "Die irakische Armee war feige"

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euronews, Naomi Lloyd:
“Aus Arbil, der Hauptstadt der kurdischen Autonomieregion im Norden Iraks, ist die Journalistin Hermione Gee zugeschaltet. Können Sie uns schildern, was vor Ort geschieht und wie viele Menschen auf der Flucht sind?”

Hermione Gee:
“Seit Montag sind rund 320.000 Binnenflüchtlinge eingetroffen. Diese Menschen flohen aus der Stadt Mossul. Ich war am Dienstag und am Mittwoch bei den Checkpoints. Sie können sich vorstellen, was dort los war. Endlose Autoschlangen, Menschen, die zu Fuß über die Grenze wollten, Flüchtlinge, die so viel trugen, wie sie nur konnten.
Die Regierung der Autonomen Region Kurdistan hat ein provisorisches Flüchtlingslager in der Nähe der Checkpoints errichtet. Ich war dort und habe mich umgeschaut. Es gibt nur das absolut Nötigste: ein paar Zelte und Wasser, aber ich bin mir sicher, dass sie es in den kommenden Tag erweitern werden.”

euronews:
“Die irakische Armee scheint beim Anblick der ersten ISIL-Kämpfer geflohen zu sein. Was halten die Menschen davon?”

Hermione Gee:
“Die Menschen waren ziemlich schockiert darüber, dass die Armee so schnell geflohen ist, ohne zu kämpfen. Die kurdischen Peschmerga Streitkräfte, die ich gestern besuchte, an der Grenze zu dem Teil Mossuls, der von ISIL kontrolliert wird, haben darüber gelacht. Sie haben gesagt, dass die Peschmerga so etwas nie tun würden, denn sie hätten Ehre und seien sehr viel mutiger als die irakische Armee. Das Problem ist, dass die irakische Armee verschiedene Gruppen umfasst. Die Soldaten stehen nicht hinter ihrem Land. Viele Menschen sind nur wegen des Gehalts in die Armee gegangen. Die Kurden, die jahrzehntelang von Saddam Hussein unterdrückt wurden, kämpfen nicht nur für Geld, sondern auch für Kurdistan und seine Interessen. Die Menschen hier sind ziemlich stolz auf die Peschmerga und haben sich wie gesagt über das Verhalten der irakischen Armee lustig gemacht.”