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Stichwahl in Afghanistan

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Stichwahl in Afghanistan

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Rund 12 Millionen Afghanen sind am Samstag aufgerufen in der Stichwahl über ihren neuen Präsidenten zu entscheiden. Als Favorit gilt Ex-Außenminister Abdullah Abdullah. Er hatte im ersten Wahlgang 45 Prozent der Stimmen gewonnen, die erforderliche absolute Mehrheit aber verfehlt. Gegen Abdullah tritt der frühere Finanzminister Aschraf Ghani an. Ghani kam mit 31,6 Prozent der Stimmen auf den zweiten Platz.

Sowohl Abdullah als auch Ghani haben im Falle ihres Wahlsieges versprochen, die Sicherheitslage zu verbessern, wirtschaftliche Probleme anzugehen und die Korruption zu bekämpfen. Beide haben außerdem zugesagt, ein Sicherheitsabkommen mit den USA zu unterschreiben, das Voraussetzung für einen internationalen Militäreinsatz nach Ablauf dieses Jahres ist.

Der scheidende Staatspräsident Harmid Karzai, der nicht für eine dritte Amtszeit kandidieren darf, hat sich öffentlich für keinen der Kandidaten ausgesprochen.

In einer Ansprache an die Nation nannte Karsai die Stimmabgabe eine “patriotische und nationale Pflicht”. “Brüder und Schwestern, um einer stabilen, sicheren und wohlhabenden Zukunft unseres Landes willen, fordere ich euch auf, zur Wahl zu gehen und für den Kandidaten Eurer Wahl zu stimmen”, sagte Karzai.

Die Taliban bezeichneten den Urnengang als “amerikanischen Prozess” und warnten die Afghanen davor, wählen zu gehen. Wegen der Anschlagsdrohungen der Taliban findet die Abstimmung unter strengsten Sicherheitsvorkehrungen statt. Abdullah war am Freitag vergangener Woche einem Anschlag unverletzt entgangen. Alle 350.000 afghanischen Sicherheitskräften sind zum Schutz der Wahl im Einsatz. Darüberhinaus hat die Regierung 50.000 Mann zusätzlich angeheuert.

Weiterführende Links

Dr. Abdullah Abdullah

Aschraf Ghani

Unabhängige Wahlkommission von Afghanistan