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Kurdische Peschmerga-Einheiten besetzen nordirakische Stadt Kirkuk

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Kurdische Peschmerga-Einheiten besetzen nordirakische Stadt Kirkuk

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Nach Gefechten mit ISIL-Kämpfern haben kurdische Peschmerga-Einheiten die nordirakischen Stadt Kirkuk und das dortige Hauptquartier der irakischen Armee übernommen.

Die ölreichen Stadt wird auch von arabischen Irakern und Turkmenen beansprucht – den Kurden gilt sie als historische Hauptstadt. Sie streben eine Integration Kirkuks in ihre autonome Region im Nordosten des Landes an.

Die Kurden nutzen damit das zuletzt entstandene Machtvakuum in Norden des Irak aus, um ihren Anspruch auf ein autonomes Kurdistan weiter zu festigen. Mit dem raschen Vormarsch der der Al-Qaida nahestehenen ISIL-Milizen ist der irakischen Regierung die Kontrolle im Norden weitgehend entglitten.

Nach der Eroberung der Millionenstadt Mosul und anderer Städte durch die ISIS-Kämpfer fliehen Iraker nun zu tausenden auch in die relativ stabile und friedliche kurdische Region. “Wir haben Angst, wissen Sie”, so ein Flüchtling in der kurdischen Stadt Erbil. “Der ISIL ist keine normale Regierung, die uns erlaubt, keine Angst zu haben. Unter ihnen sind Fremde, Iraker, Saudis – es ist ein echter Cocktail.”

Die jüngsten Ereignisse haben den Irak in die schlimmste Krise seit 2011 gestürzt. Meldungen zufolge sind die ISIS-Milizen bis auf 80 Kilometer an Bagdad herangerückt. Ihr Ziel ist die Errichtung eines islamischen Kalifats.