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Stichwahl in Afghanistan: Das Land wählt Karzais Nachfolger

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Stichwahl in Afghanistan: Das Land wählt Karzais Nachfolger

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Unter strengen Sicherheitsvorkehrungen bestimmen die Afghanen heute in der Stichwahl ihren neuen Präsidenten. In der ersten Runde am 5. April hatte keiner der Kandidaten eine 50-Prozent-Mehrheit erreicht.

Zur Wahl stehen nun der ehemalige anti-Taliban-Kämpfer Abdullah Abdullah – dem die besten Chancen eingeräumt werden – und der ehemalige Weltbank-Ökonom Ashraf Ghani.

Es ist der erste demokratische Machtübergang in der Geschichte des Landes. Der scheidende Präsident Hamid Karzai regiert das Land seit dem Sturz der Taliban und seiner Ernennung 2001.

Auf seinen Nachfolger kommen große Aufgaben in einem schwierigen Umfeld zu. Beide Kandidaten beklagten im Vorfeld Fälle von Wahlbetrug, die die Legitimität der Wahl aushöhlen könnten. Auf beide wurden Anschläge verübt und auch am Wahltag gab es in der Hauptstadt Kabul wieder mehrere Explosionen, um Wähler vom Urnengang abzuhalten.

Mit dem Abzug eines großen Teils der internationalen Truppen Ende des Jahres wird der neue Präsident weitgehend selbständig für Sicherheit sorgen und die nach wie vor starken Taliban in Schach halten müssen. Die Wirtschaft ist angesichts der Sicherheitslage auf dem Boden.

Beobachter befürchten aber, dass ein knappes Wahlergebnis heute die Regierung langfristig weiter schwächen und zu einer fortschreitenden Spaltung des Landes entlang ethnischen Linien führen könnte.