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Proteste gegen sexuelle Gewalt in Ägypten

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Proteste gegen sexuelle Gewalt in Ägypten

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Mehrere hundert Frauenrechtlerinnen haben in der ägyptischen Hauptstadt Kairo gegen die Zunahme sexueller Übergriffe auf Frauen protestiert. Sie verlangten unter anderem eine wirksamere Strafverfolgung.

Zuvor hatten die Behörden in Ägypten erstmals ein Verfahren wegen Gruppenvergewaltigung gegen 13 Beschuldigte eingeleitet.

Bei Versammlungen auf dem Kairoer Tahrir-Platz werden immer wieder Frauen von Gruppen von Männern eingekreist und missbraucht. Ein Opfer eines sexuellen Übergriffs erklärt:
“Ich wollte gerade gehen, als ich von jungen Männern attackiert und umkreist wurde. Ich sagte zu meinem Freund: Halte mir den Rücken frei. Die Angreifer provozierten ihn und rissen seine Hände von meinem Körper. Anschließend haben sie mich am ganzen Körper angefasst.”

Eine weitere Demonstrantin in Kairo sagt: “Wir haben die Übergriffe einfach satt. Sie sind ein kulturelles Problem von Menschen mit kranken Köpfen. Nach der politischen Revolution brauchen wir jetzt auch eine intellektuelle.”

Ein im Internet verbreitetes Video einer sexuellen Misshandlung auf dem Tahrir-Platz hatte zuvor für Empörung gesorgt. Es zeigt, wie eine Gruppe von Männern eine junge Frau umzingelt, ihr die Kleider vom Leib reißt und sie misshandelt.

“Abschreckende Maßnahmen reichen den Demonstrantinnen hier nicht aus, um dieses Gewalt-Phänomen zu bekämpfen,” erklärt der Euronews-Korrespondent in Kairo. “Sie verlangen die Beseitigung der Ursachen für die Verbreitung dieses gesellschaftlichen Problems. Das bedeutet die Bekämpfung von Armut und Analphabetismus.”