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Alstom-Poker: Siemens will als Rosinen nur die Gasturbinen

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Alstom-Poker: Siemens will als Rosinen nur die Gasturbinen

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Nach wochenlangem Tauziehen um den französischen Energie- und Transportkonzern Alstom hat Siemens mit dem japanischen
Partner Mitsubishi Heavy Industries (MHI) ein Milliarden-Angebot vorgelegt.

Siemens ist dabei nur am lukrativen und überschaubaren Geschäft mit Gasturbinen interessiert und würde dafür 3,9 Milliarden Euro in bar zahlen. Mitsubishi bietet 3,1 Milliarden Euro für drei Joint Ventures und 10% Anteil an Alstom.

Den großen Einstieg bei Alstom meidet Siemens-Chef Joe Kaeser offenbar – selbst eine Zusammenarbeit im Bahntechnik-Geschäft ist auf unbestimmte Zeit verschoben. Die Idee zweier europäischer Champions wäre vor allem in Frankreich populär gewesen.

Zu Beginn des Verhandlungspokers hatten sowohl Siemens als auch die französischen Politik offensiv dafür geworben, nach dem Vorbild von
Airbus in den Bereichen Bahntechnik und Energietechnik deutsch-französische Gemeinschaftsunternehmen zu schaffen. Demnach
hätte Alstom von Siemens das Bahngeschäft mit den ICE-Zügen übernommen, Siemens von Alstom das Energietechnikgeschäft.

General Electric hatte 12,35 Milliarden Euro für die Energietechnik von Alstom geboten.

1.000 neue Arbeitsplätze in Frankreich sind als Zuckerl für die Politik in beiden konkurrierrenden Angeboten vorgesehen.

su mit dpa