Eilmeldung

Eilmeldung

App wacht bei der WM über Sicherheit der Massen

Sie lesen gerade:

App wacht bei der WM über Sicherheit der Massen

Schriftgrösse Aa Aa

Für die Sicherheit der Fußball-WM-Besucher in Brasilien sorgen nicht nur unzählige Videokameras und ein Frühwarnsystem. Auch der ganz normale Smartphone-User kann einen Beitrag leisten über eine Sicherheits-App namens RESCUER, die bei der WM erstmals unter Realbedingungen getestet wird. Stichwort: Crowdsourcing, die freiwillige Bereitstellung von Smartphonedaten im Krisenfall. Zu den deutschen Partnern des Europäisch-Brasilianischen Projekts zählt auch das Fraunhofer-Institut für Experimentelles Software Engineering (IESE) in Kaiserslautern. 

Jörg Dörr, Hauptabteilungsleiter, Fraunhofer IESE: “Die Daten gehen zentral von dem mobilen Gerät erst mal an eine zentrale Komponente und können dann von Einsatzkräften und vom Command-Center genutzt werden. Diese sehen nur wenn sie das wollen auch wirklich die konkreten Daten von dem einzelnen Handy, sehen aber in der Regel eine aggregierte Sicht dadrauf. Beispielsweise, wo denn gewisse Bevölkerungsdichten sind, also, wo sich besonders viele oder besonders wenige Personen aufhalten, wo besonders viele Feuer oder besonders viele andere Explosionen und sonstige Dinge gemeldet sind.”

Die Überwachung mit Hilfe von Smartphones soll für mehr Sicherheit bei Großveranstaltungen sorgen und den Behörden Entscheidungshilfen liefern. Durch die Echtzeit-Analyse der Handydaten könnten mögliche Gefahren für Menschenmassen, zum Beispiel Engstellen vermieden werden. Den Entwicklern zufolge wäre die Zahl der Opfer durch die Massanpanik bei der Duisburger Loveparade 2010 unter Umständen geringer gewesen.

Das Projekt untersucht außerdem das Verhalten der Handyuser in Krisensituationen.

Jörg Dörr, Hauptabteilungsleiter, Fraunhofer IESE: “Das Gleiche machen wir übrigens auch hier in Deutschland beim Public Viewing oder wo sich eine größere Menschenmenge ansammelt, wo wir erstes Feedback zu dieser Applikation erhalten wollen. In Zukunft wird sicherlich dadurch ein Beitrag zur Sicherheit, zur öffentlichen Sicherheit hier gewährleistet werden können, durch die Applikation und das gesamte Framework das dahinter steht.”

Den Entwicklern zufolge wäre die Zahl der Opfer durch die Massenpanik bei der Duisburger Love-Parade 2010 unter Umständen geringer gewesen.
Die Sicherheistapp wird im Fonte Nova Stadion in Salvador getestet und an mehreren Public-Viewing-Treffpunkten in Deutschland.

Das Projekt wird von der Europäischen Union und dem brasilianischen Ministerium für Wissenschaft, Technologie und Innovation gefördert.