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Gnawa-Festival feiert die Fusion der Stile

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Gnawa-Festival feiert die Fusion der Stile

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Mario Canonge ist ein Jazzpianist mit karibischen Wurzeln. Aufgewachsen in Martinique mit vielen verschiedenen Klängen, begann er mit vierzehn Jahren Klavier zu spielen und studierte später in Paris. Auf dem Gnawa-Festival im marokkanischen Essawira trat er mit seinem Trio auf. Das Ensemble ist bekannt für die Verschmelzung unterschiedlicher Stile von Salsa bis Souk.

Mario Canonge: “Ich interessiere mich über den Jazz hinaus für alle Musikformen. Aber ich bin ein Mann aus der Karibik, das vergesse ich nie, und ich bin ein Jazz-Fan. Meine Musik ist in letztlich vor allem karibisch, dafür stehe ich ein.”

Auf dem marokkanischen Festival spielte Mario Canonge gemeinsam mit Maahlem Mohamed Kouyou. Maahlem heißen die Meister der Gnawa-Musik. Und Mohamed Kouyou trägt diesen Titel, seit er 23 ist. Der Gnawa-Meister stand bereits mit Jazz-Größen wie Wayne Shorter oder Donald Harrison auf der Bühne.

Mohamed Kouyou: “Wir sind überglücklich, dass wir den Erwartungen des Publikums gerecht werden konnten. Das ist ein großer Erfolg für die Fusion zwischen marokkanischer Gnawa- und World Musik.”

Mario Canonge: “Wir mussten uns schrittweise annähern. Man kann nicht sofort in diese Musik einsteigen, denn das würde sie entstellen. Deswegen habe ich mich vorsichtig herangetastet, bis eine Art Symbiose zwischen uns entstand, damit wir kommunizieren konnten.”

Das Gnawa-Festival in Essawira versteht sich auch als eine Plattform für afrikanische Musik. Zu den Gästen in diesem Jahr gehörte Bassékou Kouyaté aus Mali, der Stars wie Youssou Ndour, Bono oder Damon Albarn zu seinen Fans zählt.

Der politisch engagierte Musiker steht in der Tradition der Griots, der afrikanischen Geschichtenerzähler und Vermittler.

Bassékou Kouyaté: “Es gibt in Mali mehr als 300 verschiedenen Ethnien. Jede hat ihre Musik, Kultur und Sprache. Deswegen sage ich den Menschen in Mali immer, wenn 300 Ethnien die Aufteilung Malis fordern, ergibt das ein paar Quadratmeter für jeden. Es ist besser, mit offenen Karten nach einer Lösung für unser Land zu suchen. Ich werde weiterhin unaufhörlich dafür kämpfen und singen, dass in Afrika Frieden einkehrt.”

Bassekou Kouyaté spielt auf der Ngoni, dem wichtigsten Instrument der Griot-Kultur. Und Ngoni Ba heißt seine Band, in der Ehefrau Amy Sacko und mehrere Söhne mitspielen. Sie sind bis Ende August auf Europatournee, unter anderem auch in Deutschland, Österreich und der Schweiz.