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Oettinger befürchtet Gasengpass im Winter

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Oettinger befürchtet Gasengpass im Winter

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Nach dem Abbruch der Gespräche über unbezahlte Gasrechnungen zwischen Russland und der Ukraine warnt die Europäische Kommission nun vor Versorgungsengpässen in Europa.

Für die nahe Zukunft könne er zwar Entwarnung geben, langfristig bestehe für die EU aber ein Risiko, so Energiekommissar Günther Oettinger: “Die nächsten Wochen werden kein Problem sein. Da werden wir unsere Gasmengen bekommen. Und die Ukraine wird entscheiden müssen, ob sie gegen Vorkasse sehr teuer Gas bezahlt, oder aber Gasmengen, die in ihren Speichern liegen, nutzt. Aber genau da liegt das Problem, denn wir brauchen volle Speicher für den Winter.”

Die Ukraine könnte schon bald auf ihre Reserven angewiesen sein. Doch leere ukrainische Speicher, so wissen die EU-Regierungschefs, könnten auch das Gas für den europäischen Markt knapp werden lassen. Deswegen hat die EU Kiew bereits aufgefordert, die Speicher zu füllen. Auf dem nächsten Gipfel in Brüssel dürfte man ausserdem fieberhaft darüber nachdenken, wie sich Europa von russischem Gas langfristig unabhängig machen und wie Brüssel Kiew unterstützen könnte.

“Kurzfristig sollten wir russisches Gas an die Ukraine zurückschicken, uns auf unsere Infrastruktur konzentrieren”, so Arno Behrens vom Centre for European Policy Studies in Brüssel. “Wir müssen die Nachfrage regulieren, also reduzieren, vor allem in Zeiten eingeschränkter Versorgung, die sich ja aus einer Krise mit der Ukraine ergeben könnte.”

Gazprom hat bereits bezweifelt, ob eine Rückversorgung der Ukraine mit russischem Gas durch EU-Mitgliedsstaaten rechtlich einwandfrei ist. Ein Drittel des in Europa verbrauchten Gases kommt aus Russland, die Hälfte davon wiederum wird über die Ukraine geliefert.