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Präsidentenwahl in Afghanistan: Beteiligung höher als erwartet

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Präsidentenwahl in Afghanistan: Beteiligung höher als erwartet

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Sie wurden verstümmelt, weil sie gewählt haben: Bei der Präsidentenwahl in Afghanistan haben die Taliban Finger von elf Wählern abgeschnitten. Wie alle anderen Wählerinnen und Wähler trugen sie nicht abwaschbare Tinte am Zeigefinger – diese soll eine mehrfache Stimmabgabe verhindern. “Wir haben unsere Stimmen abgegeben, um unseren nächsten Präsidenten zu bestimmen”, so Noor Ahmad, eines der Opfer. “Dann wurden wir entführt und unsere Finger wurden uns abgeschnitten.”

“Man hat ihre Finger, die für die Wahl mit einer speziellen Tinte angemalt wurden, mit einem scharfen Messer abgeschnitten. Zuvor wurden sie lokal betäubt”, erklärte Rafiq Shirzai vom behandelnden Krankenhaus.

Die Stichwahl wurde von weiterer Gewalt begleitet: Bei Anschlägen und Gefechten starben 250 Menschen, darunter 44 Zivilisten.

Nach Angaben der Wahlkommission lag die Wahlbeteiligung trotz der Bedrohung durch die Taliban bei rund 60 Prozent und damit weit über den Erwartungen. Ex-Außenminister Abdullah Abdullah war bei der ersten Wahlrunde auf 45 Prozent der Stimmen gekommen. Sein Rivale Aschraf Ghani auf fast 32 Prozent. Am 22. Juli soll bekanntgegeben werden, wer Präsident wird.