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Russland: Gas für die Ukraine nur noch gegen Vorkasse

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Russland: Gas für die Ukraine nur noch gegen Vorkasse

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Russland verlangt von der Ukraine Vorauszahlungen für Gaslieferungen. Die Ukraine hatte nicht wie von Moskau verlangt bis Montagmorgen 8 Uhr MESZ 1,44 Mrd. Euro für bereits geliefertes Gas bezahlt. Entsprechend der bestehender Lieferverträge liefert Gazprom an die Ukraine nur noch so viel Gas, wie sie vorab bezahle.

“Die für europäische Kunden bestimmte Gasmenge wird vereinbarungsgemäß eingespeist. Naftogaz Ukraine ist gemäß der bestehenden Verträge verpflichtet, dieses Gas ungehindert an die Übergabepunkte durchzuleiten”, erklärte Gazpromsprecher Sergei Kuprianow.

Nach Angaben von Gazprom schuldet die Ukraine inzwischen 3,290 Milliarden Euro. In der Nacht waren die Verhandlungen zwischen Russland und der Ukraine ergebnislos abgebrochen worden.

Russland hatte die Zahlungsfrist bereits dreimal verlängert und ist nun dazu nicht mehr bereit.

Im Gaskonflikt zwischen der Ukraine und Russland war es 2009 auch zu Engpässen in der Europäischen Union gekommen. Russland hatte der Ukraine damals vorgeworfen, für europäische Verbraucher bestimmtes Gas abgezweigt zu haben. Die Regierung in Kiew hatte Vorwürfe des Gasdiebstahls stets zurückgewiesen.
Der Streit zwischen Kiew und Moskau dreht sich nicht nur um unbezahlte Rechnungen, sondern auch um den Preis für Gaslieferungen.

Derzeit fordert Russland 485,50 US-Dollar je 1000 Kubikmeter. In Verhandlungen hatte Moskau einen Preis von rund 385 US-Dollar angeboten. Die Ukraine will aber nur 326 US-Dollar zahlen.

Kiew droht damit, den Streit vor das Schiedsgericht in Stockholm zu bringen. Moskau will in diesem Fall dort eine Gegenklage einreichen.

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Erklärung von Gazprom