Eilmeldung

Sie lesen gerade:

US-Agrarminister wirbt in Brüssel für Freihandelsabkommen


Redaktion Brüssel

US-Agrarminister wirbt in Brüssel für Freihandelsabkommen

Erst Luxemburg, dann Brüssel – US-Landwirtschaftsminister Tom Vilsack auf Besuch in Europa. Seine Tour könnte den Boden bereiten für weitere Gespräche über ein transatlantisches Freihandelsabkommen. Kritiker des so genannten TTIP warnen vor in Europa bisher nicht zugelassenen Lebensmitteln. Chlorhähnchen, Hormonrind und Genmais vom US-Markt könnten den Verbrauchern in Europa nicht zu gemutet werden, so heisst es. Der Minister aus Washington sieht das anders. “Wir sollten bestimmte Produkte nicht von vornherein ausschließen. Wir vertrauen unseren Konsumenten, dass sie die richtigen Entscheidungen treffen. Lasst Sie wählen! Gebt ihnen Wahlmöglichkeiten und sie werden gut und richtig entscheiden”, so Vilsack.

Dies- und jenseits des Atlantiks gelten unterschiedliche Rechtslagen, was etwa den Anbau gentechnisch veränderter Pflanzen angeht. Multinationale Saatgutkonzerne müssten sich juristisch mit den europäischen Regierungen einigen, die etwa Genmais ablehnen. Kritiker halten wenig von der Einrichtung eines privaten Schiedsgerichts zu diesem Zweck, so auch Yannick Jadot, Europaabgeordneter der Grünen: “Das Abkommen würde die Rechte der grossen multinationalen Konzerne stärken. Sie könnten vor solch einem Gericht Staaten auf Schadenersatz verklagen, weil diese die Einfuhr von gentechnisch veränderten Lebensmitteln verweigern.”

Ein Vertrag zwischen Washington und Brüssel könnte frühestens im nächsten Jahr zustande kommen. Erst dann würden die Abgeordneten im EU-Parlament darüber abstimmen – und am Ende möglicherweise Chlorhähnchen und Co. doch eine Abfuhr erteilen.

Jede Geschichte kann aus vielen Perspektiven erzählt werden. euronews Journalisten berichten in ihren Sprachen, mit ihrer Sicht der Dinge.

Nächster Artikel

Redaktion Brüssel

Oettinger befürchtet Gasengpass im Winter