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Im Interview: euronews-Korrespondent Sergio Cantone in Kiew

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Im Interview: euronews-Korrespondent Sergio Cantone in Kiew

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Lilia Rotoloni, euronews:
Der neue Präsident Poroschenko macht stufenweise seine Pläne bekannt, mit denen er die Ukraine aus der Krise führen will.
Ist der einseitige Waffenstillstand im Osten eine machbare Option? Und wie reagieren die Separatisten darauf?

Sergio cantone, euronews:
Der Waffenstillstand ist für Präsident Poroschenko eine Notwendigkeit. Er ist nötig, um seine politischen Pläne und die Reformen umzusetzen, die er dem Land versprochen hat.

Aber der Ostteil des Landes, und vor allem die Leute, die Kiew als Separatisten oder Pro-Russen bezeichnet, scheinen den Waffenstillstand nicht zu akzeptieren. Denn sie erkennen die Autorität von Poroschenko nicht an.

Lilia Rotoloni, euronews:
Die Umgestaltung des Kabinetts, die Poroschenko vorgeschlagen hat, ist ein erster Schritt, um eine vollständige Legitimierung der neuen Führung in Kiew zu erreichen. Kann sie zu einem Konsens im Land, und auch in Moskau, beitragen?

Sergio cantone, euronews:
Reden wir erstmal über den neuen Außenminister, den Chefdiplomaten. Dem früheren, Deschiza, wurde von Moskau aus mit Misstrauen begegnet, vor allem nach dem diplomatischen Zwischenfall nächste Woche. Der neue ist Botschafter. Er ist derzeit noch der ukrainische Botschafter in Berlin und hat die Gespräche mit dem russischen Botschafter in der Ukraine geführt. Er sollte also dem Amt eine gewisse Legitimierung gegenüber Moskau beziehungsweise gegenüber den Russen geben können.

Lilia Rotoloni, euronews:
Poroschenko will Neuwahlen. Aber erst braucht er die Unterstützung des Parlaments für ein neues Wahlgesetz und die Verfassungsänderungen, die eine stärkere Dezentralisierung erlauben. Ist das realistisch, obwohl Poroschenko doch weit von einer parlamentarischen Mehrheit entfernt ist?

Sergio cantone, euronews:
Um weitere Änderungen oder eine Verfassungsreform einzuleiten, wie eine Dezentralisierung, braucht es ein neues Parlament.
Ein neues Parlament würde einer Reform, die derzeit ein sehr sensibles Thema ist, mehr Glaubwürdigkeit verleihen. Denn der Ursprung der ukrainischen Krise hängt stark mit einem Mangel an Dezentralisierung auf der einen Seite, und einer übertriebenen Forderung nach Föderalisierung auf der anderen Seite zusammen.