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Irak-Konflikt: Naher Osten sorgt sich um Spaltung des Landes

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Irak-Konflikt: Naher Osten sorgt sich um Spaltung des Landes

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Der Konflikt im Irak beunruhigt auch das Nachbarland Iran. Irans Präsident Hassan Rohani erwähnte bereits die Möglichkeit eines Einmarsches.
Gleichzeitig wächst die Sorge um eine Teilung des Irak. Im Nordirak wird die Stadt Kirkuk bereits von kurdischen Peschmerga-Truppen beherrscht.
Die sunnitischen Dschihadisten dringen immer weiter in schiitisch geprägte Gebiete vor.

Masoud Alfak, Journalist und Experte für den Nahen Osten und Iran, äußerte sich im Euronews-Interview:

“Eine Teilung des Irak könnte nur als eine Lösung und nicht als ein Problem diskutiert werden. Im Moment bevorzugt der Iran wohl einen starken einheitlichen Staat Irak. Der überwiegende Teil der Staaten im Nahen Osten können sich mit der Idee eines geteilten Irak nicht anfreunden.

Viele Nationen dort sind ebenfalls multi-ethnisch und multi-religiös geprägt. Deshalb befürchten sie ein Überspringen von Teilungsabsichten auf ihre Länder.

Der Iran zum Beispiel ist solch ein multi-ethnisches Land. Es gibt dort Kurden, Araber, Türken. Genau wie es in Saudi-Arabien Schiiten, Sunniten und Ismaeliten.gibt. Ganz ähnlich ist die Situation in der Türkei und in Syrien.”

Trotz der offensichtlichen Kampfbereitschaft der schiitischen Bevölkerungsmehrheit im Irak ist das Land nach Ansicht des Experten bereits gespalten. Viele Gemüter scheiden sich am regierenden irakischen Ministerpräsidenten Nuri al-Maliki.

Masoud Alfak:

“Ein Großteil der Schiiten ist gegen Iraks Ministerpräsidenten Nuri al-Maliki. Wir wissen, dass Ayatollah al-Sistani die Iraker zum Kampf gegen von ihm als solche bezeichnete Terroristen aufgerufen hat. Aber seit zwei Jahren weigert sich al-Sistani, al-Maliki zu treffen.

Auch Ammar al-Hakim, der Vorsitzende der Partei Oberster Islamischer Rat im Irak, ist gegen Maliki.

Und fast noch wichtiger: Muqtada al-Sadr, der Kopf der nicht-staatlichen schiitischen Mahdi-Armee, ist auch gegen Maliki eingestellt. Al-Sadr erklärte wörtlich: “Nicht die irakische Armee hat den Krieg in Mossul verloren, sondern die Armee von Maliki.”

Die Gräben sind also tief im Irak.”

Masoud Alfak, Journalist und Iran-Experte
“Um die Lage im Irak unter Kontrolle zu bekommen, müssen die Amerikaner und die Iraner miteinander reden. Grünes Licht vom Iran haben die USA bereits bekommen. Die Iraner sind also bereit zu direkten Verhandlungen mit den USA. Das bedeutet nicht, dass wir in den nächsten Tagen oder Wochen iranische Panzer in der irakischen Hauptstadt sehen werden. Es gab bereits in der Vergangenheit amerikanisch-iranische Konsultationen zum Beispiel über Afghanistan.”