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Italien: Kirchen werden zur Heimstatt für Flüchtlinge aus Afrika

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Italien: Kirchen werden zur Heimstatt für Flüchtlinge aus Afrika

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Kirchen auf Sizilien werden nun zur Heimstatt für afrikanische Flüchtlinge.

Der Flüchtlingsansturm in den letzten Monaten war enorm; staatliche Stellen sind oft überfordert. Ganze Kirchenschiffe werden jetzt mit Feldbetten vollgestellt.

“Statt des Altars haben wir jetzt Betten”, sagt Rosario Francolino, ein Pfarrer in Palermo. “Eine schönere Messe könnte es für die Gemeinde gar nicht geben. Die Christen von Palermo beweisen in dieser Lage viel Aufmerksamkeit und Interesse.”

Wer es hierher geschafft hat, hat oft Schlimmes erlebt. “Mein Cousin konnte nicht schwimmen”, sagt ein Mann aus Mali, dessen Boot mit über hundert Menschen sank. “Ich wollte ihn retten, aber nach einer halben Stunde im Wasser starb er.”

Dieses Jahr kamen schon fünfzigtausend Bootsflüchtlinge – das sind zehntausend mehr als im ganzen letzten Jahr.

Italien fühlt sich mit diesem Umstand alleingelassen und will nun, dass sich die EU bei der Rettung und der Betreuung stärker engagiert.

Es will das auf dem EU-Gipfel der Staats- und Regierungschefs Ende des Monats zum Thema machen.