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Frisch aus der Tiefkühltruhe: Frostresistentes Gefriergemüse

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Frisch aus der Tiefkühltruhe: Frostresistentes Gefriergemüse

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Tiefgefrorenes wie Spinat sieht nach dem Auftauen nicht immer besonders appetitlich aus und hängt irgendwann welk von der Gabel. Dem soll eine an der Universität im schwedischen Lund entwickelte Einfriermethode Abhilfe schaffen, bei der Gemüse und sogar Erdebeeren genauso frisch und knackig bleiben, wie nach der Ernte.

Dafür sorgt Trehalose, ein natürlich vorkommender Zucker mit hoher Stabilität, der Pilzen und bestimmten Grastypen dabei hilft, bei Frost zu überleben. Der Zweifachzucker übt eine schützende Funktion auf Eiweiß, Fette und Zellen aus.

Zunächst einmal kommt das Gemüse in die Vakuumkammer, um die Luft in den Gefäßen zu entziehen. Dann wird Trehalose-haltiges Wasser in injiziert und das Gemüse schließlich mit schwachen elektrischen Impulsen stimuliert.

Federico Gómez, Professor für Lebensmitteltechnologie: “Wir benutzen elektrische Impulse, weil diese dazu in der Lage sind, in die Zellen einzudringen. Die zuckerhaltige Lösung kann durch die Poren eindringen.”

Die Zellen werden frostresistent gemacht. Schließlich kommt das Trehalose-versiegelte Gemüse in die Kühltruhe und bleibt im wahrsten Sinne des Wortes taufrisch, ohne Vitamin- und Geschmacksverlust. Zumindest einen Monat lang, ergaben erste Versuche.

Federico Gomez, Professor für Lebensmitteltechnologie: “Entscheidend ist, dass die Zellen auch nach dem Auftauen lebendig bleiben. Das bedeutet, dass alle für die Frische verantwortlichen Charakteristiken erhalten bleiben. Der Verbraucher kann vermutlich gar keinen Unterschied zu erntefrischem Gemüse erkennen.”

Das Forscherteam in Lund hat die Methode patentieren lassen und arbeitet nun an der industriellen Anwendung. Eine baldige Markteinführung ist angeblich im Bereich des Möglichen.