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Kampf um Iraks größte Ölraffinerie spitzt sich zu

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Kampf um Iraks größte Ölraffinerie spitzt sich zu

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Irakische Schiiten begraben in Tus Churmatu ihre Verwandten: Die Stadt selbst ist in der Hand der kurdischen Sicherheitskräfte, aber nach Angaben des Bürgermeisters waren Dörfer im Umland von den sunnitischen Aufständischen überfallen worden.

Inzwischen spitzt sich der Kampf um die Erdölraffinerie von Baiji zu. Die Aufständischen kontrollieren seit gestern offenbar den Großteil der weit ausgedehnten Anlage. Die Produktion steht schon seit einigen Tagen still.

Während einer kurzen Waffenruhe konnten jetzt die letzten Mitarbeiter die Raffinerie verlassen, so dass dort nur noch Soldaten verbleiben. Ausländische Mitarbeiter waren zuvor schon ausgeflogen worden.

Der Stillstand der größten Ölraffinerie im Land macht sich bemerkbar.

“Seit früh um sechs warte ich schon”, schimpft ein Mann an einer Tankstelle in Kirkuk. “Dreißig Liter kriege ich nur,
jetzt habe ich beim Warten schon wieder zehn verbraucht. Das geht doch nicht; das kann Allah nicht wollen – dreißig Liter, und das im Land des Erdöls!”

Einige ausländische Ölfirmen wie Exxon oder BP bringen ihre Mitarbeiter jetzt auch im Süden Iraks in Sicherheit – auch wenn die Aufständischen dort weit weg sind und wohl auch nie hinkommen werden.