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EU will kein Steuerparadies für Multis mehr sein

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EU will kein Steuerparadies für Multis mehr sein

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Die EU-Finanzminister sind einstimmig dafür, das umstrittene Steuersparen internationaler Konzerne einzuschränken.

Als letztes Land hatte Malta seinen Widerstand aufgegeben. Konzerne mit Töchtern in mehreren Mitgliedsländern sollen nicht mehr deren unterschiedliche Steuersysteme ausnutzen können, um letztlich überhaupt keine Unternehmensteuern mehr zu zahlen.

Gikas Hardouvelis, griechische Finanzminister und amtierender Ratspräsident:

“Es gibt Schlupflöcher, die bedeutende Einnahmeausfälle in unseren Ländern verursachen. Also machen wir einen spürbaren Schritt nach vorn im Kampf gegen die Steuerflucht”.

Bisher konnten Konzerne von von einem ganz legalen Steuerkniff profitieren: Dividenden von Tochtergesellschaften können steuerfrei bleiben und zwar mithilfe sogenannter “Hybridanleihen”. Dabei gewährt die Konzernmutter einer Tochter in einem anderen EU-Land einen Kredit. Und die zahlt den Kredit aus ihren Gewinnen zurück. Der Trick: Die Tochter kann die Kreditrückzahlungen als Zinslast in ihrem Sitzland von der Steuer absetzen. Die Konzernmutter andererseits muss die Rückflüsse in einigen EU-Staaten nicht versteuern. Das Geld gilt als steuerfreie Dividende.

Die neuen Vorschriften müssen bis Ende kommenden Jahres in den Mitgliedstaaten im jeweiligen nationalen Recht verankert werden.

Die Finanzminister genehmigten auch eine neue Hilfstranche für Zypern – 600 Millionen Euro – und lobten die Reformfortschritte.

Athen wurde ermahnt, sechs Zielmarken bis Ende Mai sind nicht erreicht – jede hätte eine Milliarde Euro aus dem 240-Milliarden-Euro-Rettungspaket freigemacht.

su mit Reuters