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Siemens/Mitsubishi bieten mehr für Alstom

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Siemens sieht den monatelangen Kampf um die französische Industrie-Ikone Alstom offenbar doch weniger cool als es bisher den Anschein hatte. Mit Mitsubishi Heavy Industries (MHI) stockte der Konzern sein Angebot auf.

“Im Ergebnis erhöht sich der Bar-Anteil der Offerte um 1,2 auf 8,2 Milliarden Euro, während die Gesamtbewertung des Energiegeschäfts von Alstom um 400 Millionen Euro auf insgesamt 14,6 Milliarden Euro steigt”, so die beiden Unternehmen.

Der US-Konzern General Electric (GE) hatte zuvor seine rivalisierende Offerte verbessert und war dabei auf Bedenken der französischen Regierung eingegangen. Der Alstom-Verwaltungsrat trifft sich spätestens Anfang kommender Woche, um über die Angebote von GE und Siemens/MHI zu beraten.

“Das präzisierte Angebot zielt weiterhin darauf ab, Alstom in seiner gegenwärtigen Form in fast allen Geschäftsfeldern zu erhalten und als Industrieunternehmen nachhaltig zu stärken”, erklärten Siemens und MHI. Darüber hinaus könne Alstom damit seine finanzielle Struktur verbessern und als französischer, börsennotierter Großkonzern mit einem Umsatz von rund 20 Milliarden Euro erhalten bleiben.

An dem Alstom-Energiegeschäft ist Siemens-Chef Joe Kaeser seit Längerem interessiert, doch Alstom-Chef Patrick Kron hatte ihm schon im Februar die kalte Schulter gezeigt. Über die vorgeschlagene Absichtserklärung zum Eisenbahngeschäft hinaus bietet der Münchner Konzern nun an, sehr schnell in ein Joint Venture für Mobilitätsmanagement inklusive Signaltechnik zwischen Alstom und Siemens einzusteigen.

MHI will einen Anteil von 40 Prozent am kombinierten Dampf-, Energienetz und Wasserkraftgeschäft erwerben. Dies vereinfache die Umsetzung der Transaktion erheblich, da sie über eine einzelne Holding möglich würde – bisher waren drei Gemeinschaftsunternehmen vorgesehen. Die Barzahlung von MHI würde von 3,1 auf 3,9 Milliarden Euro steigen.

Die neue Offerte der deutsch-japanischen Allianz kommt ein Tag nach einer Charmeoffensive von General Electric: Die Amerikaner schlagen in Absprache mit dem Alstom-Management mehrere Joint-Ventures und “Allianzen” vor – die Regierung in Paris hatte sich für ein Bündnis und gegen die bisher von den Amerikanern geplante reine Übernahme der Energietechnik ausgesprochen. Trotz der Umstrukturierung des Angebots bewertet General Electric Alstoms Energiegeschaft nach wie vor mit 12,35 Milliarden Euro.

su mit Reuters