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Trauerfeier für getöteten Jugendlichen im Westjordanland

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Trauerfeier für getöteten Jugendlichen im Westjordanland

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Hunderte Palästinenser haben an einer Trauerfeier für einen von der israelischen Armee erschossenen Jugendlichen teilgenommen. Der 15-Jährige war am Freitag getötet worden, als die Armee im südlichen Westjordanland nach drei verschwundenen israelischen Studenten suchte. Der 15-Jährige ist der zweite Palästinenser, der bei der Militäraktion ums Leben kam. Weitere wurden schwer verletzt. Ein 22-Jähriger liegt im Koma.

Die israelischen Studenten im Alter zwischen 16 und 19 Jahren werden seit mehr als einer Woche vermisst. Sie waren per Anhalter von ihrer Talmudschule nach Hause unterwegs. Israel beschuldigt die Hamas, sie entführt zu haben. Bislang hat sich aber niemand zu einer Entführung bekannt. Auch von den Studenten fehlt jede Spur.

In den vergangenen Tagen hat die israelische Armee mehr als 300 Menschen festgenommen. Nach eigenen Angaben haben sie mehrere hundert Orte durchsucht.

Viele Palästinenser demonstrieren unterdessen gegen den Sucheinsatz.Präsident Mahmoud Abbas hat die vermutliche Entführung verurteilt – genauso wie den Militäreinsatz der israelischen Armee. Dieser gleiche einer Kollektivstrafe.

Israels Ministerpräsident Benjamin Netanyahu hat derweil die Familien der Studenten getroffen. Er versicherte ihnen, dass das Hauptziel der Militäraktion das Wiederfinden der Jugendlichen sei. Die Operation ist die größte im Westjordanland seit der zweiten Intifada im Jahr 2005.