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USA gehen auf Distanz zu Schiiten-Präsident al-Maliki

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USA gehen auf Distanz zu Schiiten-Präsident al-Maliki

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Der irakische Ministerpräsident Nuri al-Maliki gerät zunehmend unter Druck. Seine Kritiker werfen dem Schiiten seit langem vor, den Konflikt mit den Sunniten anzuheizen. Jetzt rücken auch die USA von ihm ab. Dem “Wall Street Journal” zufolge wünscht sich Washington eine neue Regierung ohne al-Maliki, an der auch Sunniten und Kurden beteiligt sein sollen. Der schiitische irakische Großajatollah Ali al-Sistani rief beim Freitagsgebet ebenfalls zur Bildung einer neuen Regierung auf. Diese dürfe die Fehler der Vergangenheit nicht wiederholen – eine Kritik an der Politik von al-Maliki.

US-Präsident Barack Obama will keine Soldaten in den Irak schicken, lediglich 300 Militärberater. Gezielte Luftschläge deutete er an, doch aus Regierungskreisen war zu hören, dass keine Angriffe unmittelbar bevorstünden. Kenneth Pollack, ein Experte für Politik im Nahen Osten und Militärfragen, erklärte: “Es wäre ein sehr großer Fehler von Seiten der USA eine militärische Kampagne im Irak zu starten, sei es im Alleingang oder mit der aktuellen Regierung in Bagdad. Denn diese hat einen schlechten Ruf in der sunnitischen und in der kurdischen Gemeinschaft Iraks. Sogar führende Mitglieder der schiitischen Gemeinschaft unterstützen die Regierung nicht mehr.”

Das US-Militär bringt sich unterdessen in Stellung. Die USA entsendeten vor knapp einer Woche einen Flugzeugträger in den Persischen Golf. Das Schiff werde den USA “zusätzliche Flexibilität” bieten, sollten “militärische Optionen im Irak notwendig sein”, so ein Pentagon-Sprecher.