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Betrugsvorwurf: Politische Krise nach Afghanistan-Wahl

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Betrugsvorwurf: Politische Krise nach Afghanistan-Wahl

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Eine Woche nach der Stichwahl in Afghanistan sind Hunderte Anhänger des Kandidaten Abdullah Abdullah in Kabul auf die Straße gegangen. Sie werfen dem Herausforderer Ashraf Ghani, den afghanischen Behörden und dem scheidenden Präsidenten Hamid Karsai massiven Wahlbetrug vor. Sie fordern den sofortigen Abbruch der Stimmenauszählung.

“Wir sind zusammengekommen, um friedlich zu protestieren. Wir fordern Karsai dazu auf, zurückzutreten. Dieser Wahlbetrug ist eine Schande vor Gott, dem Volk und der ganzen Welt. Karsai muss dieses Verbrechen verhindern,” so ein Demonstrant.

Abdullah hatte die erste Wahlrunde Anfang April klar gewonnen.Der 54-Jährige gilt als scharfer Karsai-Kritiker und gibt sich als Mann des Volkes. Er will, dass sich jetzt die Vereinten Nationen einschalten.

Bei einem Anschlag auf einen Berater des Hohen Friedensrates, der sich um eine Versöhnung mit den Taliban bemüht, riss der Selbstmordattentäter einen Passanten mit in den Tod. Mehrere Menschen wurden verletzt.

Viele Afghanen sehnen das Ende der Wahl herbei, damit der künftige Präsident endlich die vielen politischen und wirtschaftlichen Probleme des zerütteten Landes anpacken kann.