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Europatour: Erdogan wirbt um Wähler in Lyon

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Europatour: Erdogan wirbt um Wähler in Lyon

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Der türkische Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan hat bei seiner Europatour auch im französischen Lyon Halt gemacht. Im August dürfen ausgewanderte Türken erstmals direkt den türkischen Präsidenten wählen. Erdogan gilt als voraussichtlicher Kandidat.

Er betonte, dass sein Land weiterhin die EU-Mitgliedschaft anstrebe: “Die starke Wirtschaft der Europäischen Union braucht die Türkei, denn die türkische Bevölkerung ist jung und dynamisch. Aber die Türkei ist kein Land, das ewig wartet.” Seine Anhänger forderte Erdogan dazu auf, sich zu integrieren, französisch zu lernen und sich um die doppelte Staatsbürgerschaft zu bemühen.

Euronews-Journalist Devrim Hacısalihoğlu fasste zusammen: “Erdogan hat vor zehntausenden Türken in Lyon eine Rede gehalten. Er sagte, dass er den Präsidentschaftskandidaten seiner Partei Ende des Monats bekanntgeben werde. Er rief die Türken, die in Frankreich leben, dazu auf, bei den kommenden Wahlen ihre Stimme abzugeben.”

Wie schon zuvor in Wien kam es auch in Lyon zu Protesten gegen den Auftritt des türkischen Ministerpräsidenten. Die Kundgebung wurde vom Verband der Aleviten in Frankreich organisiert. Mehmet Demirbaş, der Chef des türkischen Kulturvereins, erklärte: “Wir sind gegen Religionsunterricht als Pflicht an den Schulen. Wir wollen in einem säkularen Staat, in einer Republik leben.”

Die Studentin Sevil Sevimli wurde 2012 in Istanbul festgenommen, weil sie an einer Demonstration teilgenommen hatte. Sie wurde wegen “Terror Propaganda” zu fünf Jahren Haft verurteilt, doch dann kam sie gegen eine Kaution von rund 4000 Euro frei.

Sevil wünscht sich eine freie Türkei, in der alle Menschen gleichberechtigt zusammenleben können.