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Mauretanien: Wahlboykott verhilft Präsident voraussichtlich zu zweiter Amtszeit

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Mauretanien: Wahlboykott verhilft Präsident voraussichtlich zu zweiter Amtszeit

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Mauretanien hat am Samstag seinen Präsidenten gewählt, doch in Massen zog es die Wähler nicht zu den Urnen. Beobachter sprechen von 36 bis 63 Prozent Wahlbeteiligung, je nach Gegend. Sieger dürfte erneut der bisherige Präsident Mohamed Ould Abdel Aziz werden, das legen Umfragen nahe.

Dem Westen gilt Abdel Aziz, der 2008 in einem Militärputsch an die Macht kam, als zuverlässiger Verbündeter im Kampf gegen al-Qaida. Im Land jedoch steht Abdel Aziz in der Kritik, die Sicherheitskräfte gestärkt, aber kaum etwas für die Bevölkerung getan zu haben.

Gegen Abdel Aziz angetreten waren unter anderem Ould Abeid, der als erster schwarzer Präsident gegen die 1980 verbotene aber noch immer praktizierte Sklaverei kämpfen wollte, sowie eine weibliche Kandidatin: Mint Moulaye Idriss, leitende Mitarbeiterin der staatlichen Presseagentur.

Große Teile der Opposition hatten zum Boykott der Wahl aufgerufen. Zahlreich zu den Urnen gingen wohl auch deshalb nur die Militärangehörigen am Freitag.

euronews-Korrespondent Riad Muasses: “Diese Wahlen dürften dem Präsidenten den Weg zu seiner zweiten Amtszeit geebnet haben. Aufgrund der niedrigen Wahlbeteiligung und des Boykotts wird es aber ein schwaches Mandat für Abdel Aziz.”