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Gelbe Häuser und vergessene Geschichte: Budapest gedenkt der Deportation von Juden

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Gelbe Häuser und vergessene Geschichte: Budapest gedenkt der Deportation von Juden

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Mit Gesang, Gedichten und kleinen Aufführungen haben in Budapest freiwillige Organisatoren und tausende Besucher an den Beginn der Gettoisierung und Deportation der ungarischen Juden vor genau 70 Jahren erinnert.

Veranstaltungsorte waren Gebäude, die in den letzten beiden Jahren des zweiten Weltkriegs als Judenhäuser mit gelben Sternen markiert und zur Internierung genutzt worden waren (eine interaktive Karte gibt es hier).

“In einer Stadt, die man nicht kennt, lebt man nicht wirklich”, sagt einer der Organisatoren. “Aber wir denken oft wenig darüber nach und sind uns der Vergangenheit um uns herum kaum bewusst.”

Organisiert wurden die Veranstaltungen durch die von Investorenlegende George Soros gegründeten Open Society Archives, einer der größten Datenbanken einschlägiger historischer Dokumente der Weltkriegs- und Nachkriegszeit.

Im modernen Alltag und Stadtbild erinnert meist nichts mehr an die dunkle Geschichte der Gebäude. Das wollen die Organisatoren zumindest vorübergehend ändern.

euronews-Korrespondentin Andrea Hajagos: “Von den rund 2000 Häusern, die einst eine gelben Stern trugen, stehen noch etwa 1600. Tausende leben heute in diesen Häusern, so wie die Korrespondentin selbst – und das oft, ohne sich dessen bewusst zu sein.”