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ALMA öffnet ein neues Fenster

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ALMA öffnet ein neues Fenster

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Es ist vollbracht, die letzten Antennen des ALMA-Observatoriums in der Atacama-Wüste im Norden Chiles stehen, das leistungsfähigste Radioteleskop der Welt ist nunmehr komplett. Das aus 66 Präzisionsantennen bestehende Netzwerk soll das Licht einiger der kältesten Objekte im Universum auffangen. ALMA steht für “Atacama Large Millimeter/Submillimeter Array”. Was das bedeutet erklärt der Sternforscher Gianni Marconi.

ALMA vervollständigt die klassische Astronomie, denn es beobachtet das Universum bei Wellenlängen im Millimeter- und Submillimeterbereich. ALMA ist dazu in der Lage, extrem schwache Strahlung aus größter Entfernung zu empfangen. Dafür braucht man viele Antennen und einen Ort, an dem die atmosphärische Störung besonders gering ist.”

Gut 5000 Meter über dem Meeresspiegel, in einem der trockensten Gebiete der Erde, sind die Bedingungen ideal. Das Teleskop “Alma” ist ein internationales Gemeinschaftsprojekt von Wissenschaftlern aus Europa, Nordamerika und Asien. Es ist mit mehr als einer Milliarde Euro das teuerste der bodengebundenen Astronomie.

Gianni Marconi: “ALMA eröffnet ein neues Fenster. Das ist genauso wie dieses Gebäude neben uns. Auf der einen Seite hat es viele Fenster, auf der anderen kein einziges, da ist einfach nur einer fensterlose Wand. ALMA sorgt für eine Öffnung in dieser Wand, durch die man schaut und sich sagt, es gibt einen anderen Horizont. Genauso ist ALMA, ein Ausblick auf den Beginn des Universums, die Entstehung der Sterne und der Struktur des Weltraums.”

Die einzelnen Antennen sind auf dem Hochplateau nicht fixiert, sondern können bewegt werden und unterschiedliche Formationen mit Abständen von bis zu 16 Kilometern annehmen. Dadurch entsteht ein gigantisches Zoomobjektiv.
Bereits während der Aufbauphase lieferte ALMA interessante Daten.