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"Sieben Jahre für nichts" - Haftstrafen für Journalisten in Ägypten

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"Sieben Jahre für nichts" - Haftstrafen für Journalisten in Ägypten

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Menschenrechtsorganisationen und Regierungen kritisieren die Haftstrafen gegen drei Journalisten des katarischen Nachrichtensenders Al-Dschasira in Ägypten. Das Gericht verurteilte unter anderem den Leiter des Büros in Kairo, Mohamed Fadel und den australischen Journalisten Peter Greste zu jeweils sieben Jahren Haft – wegen Terrorverdacht. Ihr Kollege Baher Mohamed erhielt sogar zehn Jahre. Die Journalisten sollen die mittlerweile verbotene Muslimbruderschaft unterstützt haben.

Es gebe keine wirklichen Beweise für die Schuld der Journalisten, sagt die Mutter von Mohamed Fadel Fahmy. “Hätten sie irgendwelche Beweise gefunden, wie viele Jahre hätte er dann bekommen? Sie geben ihm sieben Jahre für nichts.”

Auch die australische Außenministerin Julia Bishop zeigt sich entsetzt über die Gerichtsentscheidung: “Wir sind sehr geschockt, dass es überhaupt zu einem Urteil gekommen ist. Und wir sind entsetzt über seine Härte.“Ägypten müsse darauf achten, welches Signal dieses Urteil für die Pressefreiheit ausstrahle. Insgesamt waren 20 Menschen angeklagt, darunter fünf ägyptische Studenten und weitere Journalisten, die sich außer Landes aufhalten.

Die Journalisten sehen sich als Opfer des politischen Streits zwischen Ägypten und Katar. Der Medienkonzern Al-Dschasira gehört der Herrscherfamilie des Emirats und der arabische Staat unterstützt die Muslimbruderschaft.