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Yo – die gehackte Rekordapp

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Yo – die gehackte Rekordapp

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Mit nur einem Wort die Welt bewegen – das haben sich zumindest die Erfinder der App “Yo” gedacht. Yo – das kann alles und nichts bedeuten: einfach nur “hallo”, “wie geht’s?” oder ein “ich denke an dich”. Die App sendet dieses eine Wort an die Smartphone-Kontakte nach Wahl. Mehr macht sie nicht. Warum 140 Zeichen bei Twitter verschwenden, wenn auch zwei Buchstaben reichen?

Es sei ein kontextbasierter Nachrichtenaustausch, erklärt Erfinder Or Abel der New York Times. Der Zusammenhang sei entscheidend: vielleicht ein freundschaftlicher Gruß oder doch der Hinweis auf ein Tor bei der Fußball-WM.

Acht Stunden hat die Programmierung gedauert. Dann war es geschafft. Was passenderweise am 1. April veröffentlicht wurde, hat sich in kurzer Zeit zu einem Erfolg gemausert. Investoren haben Abel mit einer Million US-Dollar Startkapital versorgt. Rund 50.000 Nutzer hat die kostenlose App bereits. Auf Twitter und bei den App-Stores werben sie wiederum für weitere Yo-User, denn das Programm habe ihr Leben verändert. Ein kleiner Protest gegen die Smartphone-Kultur.

Einige Studenten im US-Bundesstaat Georgia haben das acht-Stunden-Projekt aber auch für einen Hackerangriff genutzt – und so nach eigenen Angaben Zugriff auf alle Telefonnummern der Yo-Nutzer erhalten. Außerdem könnten sie ihnen so viele Yo-Nachrichten schicken, wie sie wollten. Abel bestätigte das Hackerproblem gegenüber dem Technologie-Blog TechCrunch.

Eine skurrile App mit unerwartetem Erfolg. Auch der US-amerikanische Komiker Stephen Colbert hat sich in seiner Sendung THE COLBERT REPORT bereits mit dem Phänomen auseinandergesetzt. Er zeigt, dass es auch im nicht-virtuellen Gespräch zwischen zwei Menschen funktioniert. Es kommt nur auf die Betonung an. Yo.