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Lange Haftstrafen für Journalisten: Starke Kritik an Ägypten

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Lange Haftstrafen für Journalisten: Starke Kritik an Ägypten

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Ägypten sieht sich starker Kritik gegenüber – nach den Haftstrafen, die ein Gericht gegen drei Journalisten verhängt hat.

Diese Journalisten arbeiten für den Fernsehsender Al-Dschasira, der sich bei den neuen Machthabern unbeliebt gemacht hat.

Sie sollen unter anderem durch ihre Beiträge die verbotene Moslembruderschaft unterstützt haben – und damit nach offizieller Lesart Terroristen.

Ein Sprecher des UNO-Generalsekretärs spricht von tiefer Besorgnis – wegen dieses
Urteils, aber auch wegen der massenhaften Todesurteile gegen Moslembrüder in letzter Zeit.

Von fairen Prozessen könne hier keine Rede sein, sagt er; dauerhafte Stabilität werde so mit hoher Wahrscheinlichkeit gefährdet.

Sieben Jahre muss jeder der Journalisten hinter Gitter, einer wegen eines zusätzlichen Vorwurfs sogar noch länger.

Einer von ihnen ist Australier; ein weiterer hat auch einen kanadischen Pass.
Schon deshalb kritisieren vor allem westliche Länder die Verurteilungen.

Weitere Journalisten aus Großbritannien und den Niederlanden wurden in Abwesenheit verurteilt, sogar zu jeweils zehn Jahren.

Die Kritik von außen verbittet sich Ägypten aber als Einmischung in innere Angelegenheiten und verweist auf eine unabhängige Justiz.

In dem gleichen Prozess wurden auch noch andere Angeklagte verurteilt, ebenfalls wegen Vorwürfen, die mit der Moslembruderschaft zu tun haben.

Alle Urteile sind noch nicht rechtskräftig.

Die islamistische Bruderschaft hatte nach dem Sturz von Langzeitmachthaber Hosni Mubarak die Wahlen gewonnen und stellte mit Mohammed Mursi auch den Staatspräsidenten.

Vor einem Jahr stürzte die Armee aber Mursi und ging in der Folgezeit brutal gegen die Moslembruderschaft vor – bis hin zum Verbot und der Einstufung als Terroristen.

Unterstützung bekommt die Bruderschaft freilich aus Katar – und der Herrscherfamilie des Golfemirats gehört auch der Sender Al-Dschasira.