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Infantin Cristina von Spanien wird angeklagt

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Infantin Cristina von Spanien wird angeklagt

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Beim Thronwechsel vom Vater zum Bruder war Infantin Cristina nicht dabei. Man könnte da an den Spruch “mitgehangen – mitgefangen” denken. Gegen ihren Ehemann wird ermittelt, da gehört auch sie offiziell nicht mehr zu den Personen, die das Königshaus in der Öffentlichkeit vertreten. Ganz egal, ob auch ihr Verfehlungen nachzuweisen sind oder nicht. Nur ihre ältere Schwester Elena und deren ältester Sohn bekamen etwas ab vom neuen Königsglanz. In der Loge hatte Königin Sofia nur ihre Älteste an ihrer Seite. Deren Ehe ist übrigens geschieden. Der junge König Filipe kann Skandale in der Verwandtschaft gar nicht gebrauchen.

Es hatte so schön romantisch begonnen. König Juan Carlos führte seine jüngere Tochter zum Altar. Der Bräutigam schien wie für sie gemacht. Ein gut aussehender erfolgreicher Sportler brachte seine Beliebtheit in diese Ehe ein. Und politisch korrekt war diese Gattenwahl auch noch. Der König sah es gern, dass die Töchter Söhne verschieden Regionen heirateten. Iñaki Urdangarín stammt aus dem Baskenland. Cristina war die erste Frau im Königshaus mit Universitätsabschluß. Sie hat politische Wissenschaften studiert und arbeitet u.a. als Ehrenpräsidentin für die spanische Unesco-Kommission.

Im Dezember 2011 dann der Schock: Gegen Ehemann Iñaki Urdangarín ermittelt die Staatsanwaltschaft von Palma de Mallorca wegen Unterschlagung öffentlicher Gelder. Es geht um rund 6,1 Millionen Euro, die in private Kassen geflossen sein sollen. Jaume Matas, der Verwaltungschef der Balearen-Region, hier links von Urdangarin, soll dabei in den Jahren 2003 bis 2006 sehr tatkräftig mitgeholfen haben.

Urdangarin versicherte, seine königliche Gattin, die mit ihm auch geschäftlich verbunden ist, habe davon nichts gewusst. Trotzdem musste im Januar dann auch Infantin Cristina durch diesers Tor gehen. Als erstes Mitglied der Königsfamilie, das jemals vor einem Untersuchungsrichter zu erscheinen hatte. Mehr als 6 Monate später muss nun auch die Königstochter mit einer Anklage rechnen. Bei Mann und Frau auf der Straße in Madrid hält sich das Mitleid in Grenzen. Der Mann findet, die Justiz habe nun mal jedermann gleich zu behandeln und das findet er gut. Die Frau meint, wer einen Fehler macht, müsse dafür auch einstehen.

Für die Infantin wird das nun wohl zutreffen.