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Juergen Teller lässt die Machos schwitzen

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Juergen Teller lässt die Machos schwitzen

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Der deutsche Fotograf Juergen Teller hat seine ganz eigene Art, Menschen abzulichten. Ungeschminkt und in ungewöhnlichen Posen. “Macho” heißt seine aktuelle Ausstellung in der Athener DESTE Foundation: eine ironische und sehr persönliche Auseinandersetzung mit dem Thema Männlichkeit.

Marina Fokidis, Kuratorin: “Juergen Tellers erste Soloausstellung in Athen versammelt seine Selbstporträts. Er fotografiert seit 25 Jahren. Die Schau wirft quasi einen Blick in seinen Kopf. Es ist unmöglich, seinen Stil in Worte zu fassen. Tellers Arbeit ist durch absolute Freiheit gekennzeichnet. Er nahm sich die Freiheit, sämtliche Regeln der Fotografie zu brechen.”

Auf die Idee zu der Schau kam Teller durch die Teilnahme an der Ausstellung “Masculin/Masculin” im Pariser Musée d’Orsay im vergangenen Herbst. Da hing sein Selbstporträt neben Francis Bacon und einer Rodinskulptur. Der 50-Jährige hat seine eigene Definition von Männlichkeit.

Juergen Teller: “Wenn man diese griechischen Skulpturen hier überall sieht oder Fotos von Leni Riefenstahl, Herbert List und Robert Mapplethorpe, sieht immer perfekte Männer, Sie sehen fantastisch aus. Aber sie schwitzen nicht. Man sieht nie, wie anstrengend es ist, Gewichte zu stemmen. Das Wort Macho hat für viele einen negativen Beigeschmack. Für mich ist es ein ironischer Titel.”

Mit sich selbst geht der Fotograf nicht besonders zärtlich um. Die “Anti-Glamour-Ästhetik” ist sein Markenzeichen.

Juergen Teller: “Die Menschen werden immer eitler, lassen sich Botox spritzen und legen sich immer häufiger unters Skalpell. Sie achten immer mehr auf ihr Äußeres, essen gesund und machen diese dummen Selfies. Ich habe mir gesagt, ich nehme diese drei Räume und mache etwas anderes.”

Tellers schräge Macho-Bilder sind bis Ende Oktober in der DESTE Foundation in Athen zu sehen.

aktuelle Ausstellung in der Athener DESTE Foundation